Aktien
Intel legen nach Quartalsbericht zu - Abgebaute Lagerbestände

Nach Quartalszahlen ist die Aktie des weltgrößten Chipherstellers Intel am Mittwoch ungeachtet einer unerwartet niedrigen Bruttomarge und einem eher mauen Ausblick auf das laufende Jahresviertel gestiegen.

dpa-afx NEW YORK. Nach Quartalszahlen ist die Aktie des weltgrößten Chipherstellers Intel am Mittwoch ungeachtet einer unerwartet niedrigen Bruttomarge und einem eher mauen Ausblick auf das laufende Jahresviertel gestiegen. Bis etwa eine Stunde vor Börsenschluss in New York gewann die im US-Leitindex Dow Jones und im Nasdaq-100-Index notierte Aktie der Intel Corp. 3,85 Prozent auf 21,06 Dollar. Zeitweise hatte sie fast sechs Prozent zugelegt. Der Dow Jones sank zuletzt um 0,84 Prozent auf 9 993,11 Punkte. In den vergangenen Monaten hatte der Intel-Titel allerdings deutlich an Wert eingebüßt.

Am Vorabend hatte Intel mit einem Zuwachs auf 8,47 Mrd. Dollar einen Umsatz am oberen Ende seiner zweifach gekappten Erwartungen gemeldet. Zugleich warnte der Chipbauer, dass die Erlöse im vierten Quartal unter den Erwartungen der Analysten bleiben könnten, da Lagerbestände zugelegt hätten.

Anleger achteten allerdings auch auf die Aussage von Intel-Chef Craig Barrett, dass einige Großkunden ihre Lagerbestände abgebaut hätten. Zudem waren die Aktien der Gesellschaft in der vergangenen Zeit stark unter Druck. Vor zwei Wochen hatten sie ein 15-Monats-Tief markiert. Leeb-Capital-Management-Experte Stephen Leeb sagte, Intels abgelaufenes drittes Quartal habe gezeigt, dass der Konzern zulegen könne. "Das ist ein Unternehmen, das 15 Prozent wächst ungeachtet Herausforderungen."

Andere Experten zeigten sich vorsichtiger. "Die operative Performance war enttäuschend, aber kein Desaster", schrieb Deutsche-Bank-Analyst Ben Lynch. Er senkte seine Gewinnprognosen. Intel habe in den vergangenen vier oder fünf Quartalen - ganz uncharakteristisch - schlecht gearbeitet. Angesichts der nun vorgelegten Quartalsergebnisse schienen Hauptprobleme noch nicht annähernd gelöst.

Auch Gus Richard von First Albany senkte seine Gewinnerwartungen für den Mikroprozessor-Hersteller bis 2005. Er begründete dies mit niedrigeren Gewinnspannen und einem verlangsamten Umsatzwachstum. "Intel hat über ein glanzloses Quartal berichtet." Die bereits gesenkte Gewinnprognose sei getroffen worden, die Prognose für die Bruttomargen jedoch nicht. Die schwache Produktpositionierung bei Servern und Arbeitsplätzen belaste weiterhin die Bruttomargen.

Für das aktuelle vierte Quartal 2004 peilt Intel Umsätze von 8,6 bis 9,2 Mrd. Dollar an. Von First Call befragte Experten rechneten bisher mit 9,07 Mrd. Dollar. Bei der Bruttomarge strebt die Gesellschaft etwa 56 Prozent an. Expertin Pam Hegarty von Baring Asset Management glaubt nicht, dass sich die Intel-Aktie kurzfristig besser als der Markt entwickelt. Dazu müsse sich die Bruttomarge erst wieder verbessern. Das könnte erst in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres der Fall sein.

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