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Internationale Rentenmärkte in einer Übertreibungsphase - WestLB

Der jüngste Renditerutsch an den internationalen Rentenmärkten ist nach Einschätzung der WestLB fundamental nicht gerechtfertigt. "Die Anleihemärkte befinden sich allem Anschein nach in einer Übertreibungsphase", sagte WestLB-Rentenexperte Holger Sandte am Mittwoch in Düsseldorf.

dpa-afx DÜSSELDORF. Der jüngste Renditerutsch an den internationalen Rentenmärkten ist nach Einschätzung der WestLB fundamental nicht gerechtfertigt. "Die Anleihemärkte befinden sich allem Anschein nach in einer Übertreibungsphase", sagte WestLB-Rentenexperte Holger Sandte am Mittwoch in Düsseldorf. Diese sei im Wesentlichen durch eine "überreichliche Liquiditätsausstattung" ausgelöst und in jüngster Zeit durch aus Sicht der WestLB "überzogenen Konjunkturpessimismus" im Hinblick auf die USA verstärkt worden.

Das Niveau der langfristigen Anleiherenditen liege in den USA derzeit "um mindestens 1,5 Prozentpunkte und im Euro-Raum um rund 0,75 Prozentpunkte unter dem Niveau, das fundamental angemessen sei, sagte Sandte. Allerdings räumte er ein, dass sich seit einiger Zeit fundamentale volkswirtschaftliche Erwägungen als Richtschnur für Renditeprognosen "als wenig hilfreich" erwiesen hätten.

Spekulation ÜBER ZinserhÖHungspause IN USA

An den Rentenmärkten werde darüber spekuliert, ob die Fed bereits nach ein oder zwei weiteren Zinsanhebungen eine Pause im Erhöhungszyklus einlege oder diesen sogar schon beende. Aus Sicht der WestLB ist die US-Wirtschaft insgesamt aber nicht so schwach wie das Verarbeitende Gewerbe. Der weitaus gewichtigere Dienstleistungssektor bilde ein Gegengewicht. Auch der private Verbrauch entwickele sich nach wie vor robust, gestützt durch einen - von monatlichen Ausreißern abgesehen - "soliden Arbeitsmarkt", hieß es.

Vor diesem Hintergrund erwartet die WestLB weiterhin, dass die US-Notenbank den Leitzins bis zum Jahresende auf vier Prozent anheben wird und die Rendite zehnjähriger Treasuries auf rund 4,5 Prozent anziehen wird. Im Schlepptau dürfte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen dann auf 3,5 Prozent steigen. Das sei immer noch niedrig. Das Szenario schließe aber nicht aus, dass zehnjährige Bundesanleihen zwischenzeitlich auch unter drei Prozent rentieren könnten.

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