Internet-Hype
Rätselraten um Groupon-Aktie

Wer in Aktien des jungen Portals Groupon investieren will, sollte starke Nerven haben. Denn auf dem Parkett kann niemand abschätzen, wie sich der Kurs entwickeln wird - und welches Potenzial überhaupt in Groupon steckt.
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New YorkInvestoren müssen für die Aktien des an die Börse strebenden Internet-Rabattportals Groupon womöglich tiefer in die Tasche greifen. Zum Wochenbeginn könnte das Unternehmen dazu einen geänderten Emissionsprospekt einreichen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Wegen ermutigender Signale von Anlegern erwäge Groupon eine Anhebung der Spanne, in der die Anteilsscheine zur Zeichnung angeboten werden. Bislang beträgt diese 16 bis 18 Dollar. 30 Millionen Aktien sollen an Interessenten verkauft werden. Die Firma lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

Derzeit läuft die Werbetour (Roadshow) für den mit besonderer Spannung erwarteten Börsengang des jungen Internetunternehmens. Höhepunkt war am Freitag eine Veranstaltung in Manhattan, zu der viele namhafte Investoren kamen. Deren Interesse an Groupon-Aktien galt als wegweisend für die IPO-Banken bei der Festlegung des Emissionspreises.

Unter potenziellen Käufern wird seit längerem gerätselt, wie gut sich Groupon auf Dauer behaupten kann, da Konkurrenten wie Google und Amazon im Kampf um Marktanteile finanziell deutlich besser ausgestattet sind. Diese Bedenken hatten Groupon dazu bewogen, das angestrebte Emissionsvolumen auf 540 von zuvor 750 Millionen Dollar herunterzuschrauben.

Doch Investoren haben momentan keine große Auswahl. Wegen des schwierigen Marktumfelds in den vergangenen Monaten stehen die Börsenaspiranten nicht gerade Schlange. Außerdem schüren die Erfolge junger Internetfirmen wieder eine gewaltige Goldgräber-Euphorie.

„Es ist solch eine Riesenchance, wenn sie der Gewinner sind“, beschrieb ein Vermögensverwalter die Aussichten von Groupon. „Die Frage ist also: Werden sie der Gewinner sein?“ Ein Finanzinvestor betonte, Zweifel am Geschäftsmodell seien unangebracht, das Unternehmen werde sich durchsetzen.

Doch die Frage sei, wie viel Geld Groupon wert sei. „Ich weiß nicht, ob es elf Milliarden Dollar oder fünf Milliarden Dollar oder 20 Milliarden Dollar sind.“ Ein Hedgefonds-Manager warf die Frage auf, wie sich Groupon nach einem womöglich spektakulären Debüt an der Börse behaupten werde. Es bestehe das Risiko, dass die Investoren nach einem anfänglichen Kursfeuerwerk auf längere Sicht die Aktien verkauften, um Kasse zu machen.

„Es gab lange keinen IPO mehr, und jeder macht großes Geschrei darum“, sagte der Hedgefonds-Manager. Er unterstrich zugleich, dass er selbst Groupon nicht für ein langfristiges Investment halte. Die Roadshow geht in der neuen Woche weiter. Dann treffen sich die Firmenspitze und ihre Banker mit Investoren in San Francisco, Denver und Chicago.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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