Investmentidee
Tognum kann wieder hoffen

Seit Monaten schafft es das Management des Großmotorenbauers Tognum nicht, den unternehmerischen Erfolg an der Börse in Kursgewinne umzusetzen. Zeitweise notierte die Aktie sogar rund 16 Prozent unter ihrem Ausgabepreis von 24 Euro. Nach dem schlechten Debüt an der Börse zeigt der Trend jetzt aber deutlich nach oben. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT. Ein Kursplus zwischen zwölf und 30 Prozent trauen alle sieben Experten, die Tognum beobachten, den Anteilsscheinen in den kommenden Monaten zu. Ein positiver Treiber dürfte dabei die Aufnahme in den MDax am übernächsten Montag sein. Dort sind die 50 mittelgroßen Werte unterhalb des Dax zusammengefasst.

Für weitaus interessanter als die Indexaufnahme halten die meisten Experten aber die Zukunftschancen des seit Anfang Juli börsennotierten Unternehmens vom Bodensee. Weit bis ins nächste Jahr hinein volle Auftragsbücher, ein diversifizierter Kundenstamm und eine unangefochtene Spitzenstellung am Markt sind die Hauptargumente von Analysten wie etwa Ulrich Scholz vom Bankhaus Sal. Oppenheim.

Am Beispiel Tognum zeigt sich aber auch der Gezeitenwandel an der Börse. Großvolumige Diesel- und Gasmotoren, die vor allem in Schiffen und edlen Yachten eingesetzt werden, galten dort lange Zeit als unspektakulär, oft gar als langweilig. Wegen der aktuell großen Nachfrage nach Tognum-Motoren von Kunden aus Osteuropa und Fernost und der guten Planbarkeit des Geschäfts hatte die größte Emission der letzten sieben Jahre im Sommer bei Investoren dennoch für großes Interesse gesorgt. Die insgesamt 86,25 Mill. Aktien waren mehrfach überzeichnet. Daran änderte auch ein peinlicher Additionsfehler im Börsenprospekt nichts.

Der anschließend durch die allgemeine Aktienkrise ausgelöste Kursverfall – aktuell notiert die Aktie noch rund zehn Prozent unter dem Ausgabepreis – lässt nach Ansicht vieler Analysten deutlich Luft nach oben. Was der Aktie im Moment fehlt, ist nach Meinung von Lisa Randall von Lehman Brothers „der Kick“ durch das Management. „Die Bewertung ist derzeit sicherlich hilfreich, jedoch glauben wir, dass der Markt auf erhöhte Gewinnprognosen wartet, damit die Aktie anschließend durchstarten kann“, sagt sie.

Danach sieht es derzeit jedoch nicht aus. Frühestens bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen am 31. Oktober sei damit eventuell zu rechnen, heißt es bei Investoren. Deshalb dürften die meisten von ihnen in den nächsten Wochen wohl vorerst zurückhaltend agieren. Von Unternehmensseite gibt es selbstverständlich dazu vorab keine Aussage.

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