Investoren
Der Markt für Immobilienaktien kommt in Bewegung

Die Bank of America findet Investoren für Aktienpaket des Finanzinvestors Oaktree an Deutsche Wohnen. Bisher ist der Markt noch stark fragmentiert, doch eine Konsolidierung steht bevor.
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DÜSSELDORF. Klein, langweilig, für große Investoren uninteressant. So werden deutsche Immobilienaktien charakterisiert. Das wird sich zwar nicht über Nacht ändern, aber es kommt Bewegung in die Aktien. Investoren beißen wieder an, abzulesen an mehreren erfolgreichen Kapitalerhöhungen, steigenden Kursen und Aktionärswechseln.

Jüngstes Beispiele: Gestern wechselte ein knapp 77 Mio. Euro schweres Paket von Oaktree an Deutsche Wohnen (Deuwo) zu nicht genannten Investoren. Damit halbierte der US-Finanzinvestor seinen Deuwo-Anteil auf elf Prozent. Deuwo-Chef Michael Zahn erwartet "einen höheren Streubesitz, der sich positiv auf die Liquidität in der Aktie auswirken würde". Durch höhere Tagesumsätze an der Börse würde Deuwo der Aufnahme in den MDax näher kommen.

In der vergangenen Woche kündigte zudem TAG Immobilien an, mit 24 Prozent bei Colonia Real Estate (CRE) einzusteigen. Verkäufer ist die mit 18 Prozent an CRE beteiligte Milfolium aus Liechtenstein. Für Immobilienaktienanalyst Torsten Klingner von SES Research sind die Bewegungen in den Aktionärskreisen "ein erstes großes Konsolidierungszeichen" und auch Kollege Stefan Goronczy von der HSH Nordbank meint, eine Konsolidierung am Immobilienaktienmarkt werde wahrscheinlicher.

Zersplitterter Markt

Wie zersplittert der Immobilienaktienmarkt ist, zeigt der Immobilienaktienindex Dimax: 75 Mitglieder, doch nur Deutsche Euroshop und Gagfah erreichen eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Mrd. Euro. Und im MDax gibt es außer diesen beiden nur noch die IVG.

"Die Einheiten werden größer werden", erwartet Experte Klingner. Dafür könnte TAG-Chef Rolf Elgeti sorgen, indem er TAG und CRE zusammenschließt. Er würde den Wohnimmobilienbestand von rund 5600 Einheiten auf knapp 25 000 fast verfünffachen. Zum Vergleich: Deuwo, hinter Gagfah zweitgrößter börsennotierter Wohnungsanbieter, kassiert Miete aus 48 000 Wohnungen und wird als möglicher Käufer der Berliner GSW mit 50 000 Wohnungen genannt. Dies für den Fall, dass ein zweiter Versuch der GSW-Eigner Whitehall und Cerberus scheitert, an der Börse Kasse zu machen. In Analystenkreisen heißt es, ohne Kapitalerhöhung könne dies der Deuwo kaum gelingen.

Welchen Vorteil größere Einheiten hätten, machte TAG-Chef Elgeti in dieser Woche auf einer Konferenz klar: Die Fixkosten könnten auf mehr verwaltete Einheiten umgelegt werden. Er selbst will mit CRE-Chef Stefan Rind in einen "freundlichen Austausch" treten.

Kommentare zu " Investoren: Der Markt für Immobilienaktien kommt in Bewegung"

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  • Diese immobilien-Gesellschaften haben häufig nur Schrott in ihren büchern (Sozial-Wohnungsbau u.ä.). Man wunderte sich vor ca. 5-7 Jahren, wieso US-amerikanische investoren damals massenhaft deutsche Wohnimmobilien für "Wahnsinnspreise" kauften. Die Mieteinnahmen deckten kaum den Reparaturbedarf. Von Gewinn konnte kaum die Rede sein. Nach dem Desaster auf dem US-immobilienmarkt ist einem vieles klarer geworden. Man kann nur jedem Anleger raten: Finger weg! Hier droht ungemach. Wohnimmobilien sind in Deutschland ein Groschengrab! insbesondere dann, wenn die grünen Oberlehrer an die Macht kommen.

  • Folgendes macht mich stutzig: CRE hat eine Leerstandsquote bei ihren Wohnungen von über 12 Prozent. ist Colonia RE dann tatsächlich ein Schnäppchen?

    Größe allein gilt bereits als positiv. Das war vor 10 Jahren der Fehler, als während der Dotcom-blase die Hightech-Firmen unbedingt andere Firmen dazukaufen mussten, bis sie sich übernommen haben. Die genannten immobilienfirmen haben einen enormen Verschuldungsgrad. Wollen sie evtl. deshalb wachsen, weil sie dann vom Staat gerettet werden müssten, wenn sie ggf. als riesige Wohnungs-Unternehmen ins Trudeln kommen?

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