Investoren fürchten eine Zinserhöhung der US-Notenbank
Aktienrally verliert an Tempo

Schlechte Aussichten für diejenigen, die auf weitere schnelle Kursgewinne an den US-Aktienmärkten setzen: Die Rally dürfte für dieses Jahr ihr bisheriges Tempo nicht halten können. Investoren zeigen sich zunehmend besorgt, dass die US-Notenbank die Leitzinsen doch wieder anheben wird.

NEW YORK. Immerhin mehren sich die Anzeichen für ein Wiedererstarken der Wirtschaft, und die Inflation zieht auch an. „Die Erwartungen für die Leitzinsen haben sich grundlegend geändert“, sagt James Swanson, Chief Investment Officer bei MFS Investment Management in Boston. „Die Aktienmärkte werden ihre Aufwärtsbewegung in dieser und der nächsten Woche nicht wieder aufnehmen. So schnell kann der Markt diese Veränderungen nicht abfedern.“ Seit Jahresbeginn hat der Standard & Poor's 500 Index 6,3 Prozent zugelegt und erreichte Anfang vergangener Woche ein Rekordhoch. Bis zum Ende der Woche ging es dann zwar insgesamt 1,9 Prozent auf 1 507,67 Punkte abwärts.

Für diese Woche sagen Marktbeobachter gleich mehrere Konjunkturmeldungen voraus, die die Federal Reserve darin bestärken könnten, die Zinsen anzuheben. So rechnen Volkswirte für Mai mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 0,6 Prozent und mit einem 0,7 Prozent höheren Einzelhandelsumsatz. Dabei dürfte vor allem der steigende Ölpreis zu einem Anstieg der Inflation beitragen. Vergangene Woche erreichte der Ölpreis ein Neunmonatshoch; der Benzinpreis kletterte sogar auf einen neuen Rekord.

Die Signale für ein höheres Wirtschaftswachstum und zunehmende Teuerung haben dazu beigetragen, dass die Renditen der zehnjährigen Treasuries so hoch gestiegen sind wie zuletzt vor fünf Jahren. Vergangene Woche zog die Rendite um 15 Basispunkte auf 5,10 Prozent an. Steigen die Anleihenrenditen, belastet dies die Gewinne der Unternehmen weil die Finanzierungkosten höher werden; außerdem verteuern sich Übernahmen. Hinzu kommt, dass dadurch die Attraktivität von Dividenden sinkt.

In der vergangenen Woche stieg die Erwartung einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 44 Prozent, zeigen Zinsfutures. Einen Monat davor hatte noch niemand auf eine solche Entwicklung gesetzt. „Solange die Zinsen steigen, ist das für die Aktien negativ“, sagt Jack Ablin, Chief Investment Officer bei Harris Private Bank in Chicago. „Es ist verblüffend, wie schnell die Renditen zugelegt haben.“

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