Investoren zeigen Kaufinteresse – Erstnotiz auf Mittwoch verschoben
Zumwinkel rettet Postbank-IPO

Der Börsengang der Postbank könnte nach der Preissenkung nun doch noch ein Erfolg werden. Investoren begrüßten am Sonntag das Einlenken der Post. Der Mutterkonzern der Postbank hatte nach massiver Kritik an der ursprünglichen Preisspanne auf den Druck der Märkte reagiert und den Preis für die Aktien am Samstag auf eine Spanne von 28 bis 32 Euro gesenkt. Außerdem wurde die Zeichnungsfrist um zwei Tage verlängert. Die Erstnotiz ist nun am kommenden Mittwoch geplant. Zugleich bietet die Post eine Umtauschanleihe an.

mm/po/rob/fmd/agr FRANKFURT. „Jetzt wird der Börsengang der Postbank endlich auch von den Preisen her interessant. Die bisherige Spanne von 31,50 Euro bis 36,50 Euro war deutlich überzogen“, sagte Thomas Körfgen von SEB Invest, der Fondsgesellschaft der SEB-Bank, dem Handelsblatt. Die Fondsgruppe wollte zu den alten Bedingungen kein Angebot abgeben, wird nun aber Postbank-Aktien zeichnen. Auch Rolf Drees von Union Investment geht davon aus, dass die Emission ein Erfolg wird. Am unteren Ende der Spanne habe auch die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken Interesse an den Postbankaktien. Bislang hielt Drees einen Preis bis 30 Euro für angemessen. Mehrere Investmentbanker gehen davon aus, dass ein Preis von 28,50 bis 29,00 Euro erreichbar ist. Ein Investmentbanker rechnet nun sogar mit einer deutlichen Überzeichnung.

Damit scheint der größte deutsche Börsengang (Initial Public Offering – IPO) seit drei Jahren gerettet. Ihm wird gleichzeitig eine Eisbrecherfunktion für den brachliegenden IPO-Markt zugeschrieben. Von fünf in diesem Jahr geplanten Emissionen wurden lediglich zwei – Mifa und Wincor Nixdorf – tatsächlich an die Börse gebracht. X-Fab, Siltronic und ATU mussten ihre Pläne wegen mangelnden Interesses der Anleger absagen.

„Mit Hilfe der neuen Transaktionsstruktur werden wir den Börsengang zum Erfolg bringen“, sagte Postchef Klaus Zumwinkel am Sonntag in Frankfurt. „Anhand des Schattenbuches wissen wir, wir werden klar durchs Ziel kommen“, ergänzte Postbankchef Wulf von Schimmelmann. Im so genannten Schattenbuch werden während der Zeichnungsphase Aufträge, die unterhalb der Preisspanne liegen, aufgelistet.

Zumwinkel, der zuvor stets betont hatte, ein Börsengang käme nur zu seinen Konditionen in Betracht, räumte am Sonntag ein, er habe den Markt nicht richtig eingeschätzt. Er betonte, der Börsengang werde nun auf jeden Fall durchgezogen.

Seite 1:

Zumwinkel rettet Postbank-IPO

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%