IPO-Markt
Chinesische Zhongwang plant Milliarden-Börsengang

Börsengänge waren in den vergangenen Monaten weltweit rar. Allmählich fassen die Unternehmen jetzt wieder Mut. Das bisher größte IPO des Jahres plant der chinesische Aluminiumkonzern Zhongwang. Der Konzern strebt ein Listing in Hongkong an und will damit rund 1,6 Mrd. Dollar einnehmen.

HB HONGKONG. Der chinesische Aluminiumkonzern China Zhongwang will trotz Finanzkrise den bislang weltgrößten Börsengang in diesem Jahr hinlegen. Der Hersteller von Aluminiumprodukten für die Baubranche begann am Montag mit der Vermarktung seines bis zu 1,6 Milliarden Dollar schweren IPOs, der am 8. Mai in Hongkong stattfinden soll. Ein erfolgreicher Sprung auf das Parkett wäre mit einem Volumen von über eine Milliarde Dollar weltweit der größte Börsengang seit August vergangenen Jahres. Zhongwang will 1,4 Milliarden Anteilsscheine oder 26 Prozent seines erweiterten Aktienkapitals an die Börse bringen.

Die Einnahmen aus dem Börsengang will das Unternehmen zur Erweiterung seiner Kapazitäten und zum Kauf von Ausrüstungen einsetzen. Zudem will Zhongwang Schulden zurückzahlen und in Forschung und Entwicklung investieren. Zhongwang produziert Aluminium und PVC-Profile, die im Wohnungsbau und Industriebereich zum Einsatz kommen.

Analysten bezeichneten die Börsenpläne als ehrgeizig. „Die Stimmung am Markt hat sich noch nicht genug verbessert, um diesen Preis zu rechtfertigen. Es ist ziemlich schwierig vorherzusagen, wie erfolgreich dieser Börsengang wird“, sagte Kenny Tang von Redford Securities. „Institutionelle Investoren stellen vielleicht sicher, dass er komplett gezeichnet wird, aber die Aktie wird wahrscheinlich ein schwaches Debüt erleben.

Mit diesem IPO könnte sich der Markt für Börsengänge allmählich beleben. Wegen der Finanzkrise hatten sich zuletzt nur noch sehr wenige Unternehmen an die Börse getraut. In den ersten drei Monaten 2009 brach der Markt für Börsengänge weltweit fast völlig zusammen. Nach Berechnungen von Thomson Reuters ging die Zahl der Börsengänge um knapp 96 Prozent zurück.

Das bisher größte US-Unternehmen, das mit seinem Börsengang 2009 dem negativen Umfeld trotzte, war Mead Johnson Nutrition. Der Kindernahrungshersteller platzierte im Februar 828 Millionen Dollar an der New Yorker Börse. Das Debüt des Videospiele-Unternehmens Changyou.com an der Technologiebörse Nasdaq hatte ein Volumen von 120 Millionen Dollar.

Das Online-Auktionshaus eBay hatte Mitte April mitgeteilt, seinen Internet-Telefondienst Skype abspalten und an die Börse bringen zu wollen. Das Vorhaben sei für 2010 geplant, erklärte eBay-Chef John Donahoe. Nach Angaben auf Kreisen strebt eBay über zwei Milliarden Dollar für Skype an, was Analysten aber angesichts des schwierigen Umfelds in Frage stellen.

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