IPO-Pläne: GSW startet neuen Versuch an der Börse

IPO-Pläne
GSW startet neuen Versuch an der Börse

Die Immobilienfirma GSW will in Berlin zukaufen. Das Geld dafür will sich das Unternehmen an der Börse besorgen. Im zweiten Quartal soll das IPO über die Bühne gehen. Es ist schon der zweite Anlauf für GSW.
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Berlin

Die Aktienmärkte erholen sich allmählich von den Schockwellen aus Japan - doch so mancher Börsenkandidat braucht etwas länger, um wieder Mut zu fassen. So wird etwa die Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd aller Voraussicht nach nicht mehr vor Ostern auf das Parkett kommen, denn die Eigner vertagten die Entscheidung über ein Initial Public Offering (IPO) in der Nacht zum Dienstag. "Die Märkte sind derzeit sehr sehr unsicher. Darauf kann man keine Entscheidung bauen", sagte ein Sprecher des Konsortiums Albert Ballin, das die Mehrheit an der Reederei hält. Anders der Berliner Wohnungskonzern GSW: "Wir trauen uns den Börsengang auch im jetzigen Marktumfeld zu, da wir ein sehr solides und risikoarmes Geschäftsmodell haben", sagte GSW-Chef Thomas Zinnöcker.

Dabei hätte die GSW viel mehr zu verlieren: Im vergangenen Frühjahr scheiterte der erste Anlauf an die Börse. Damals machte die Schuldenkrise in Griechenland den GSW-Eignern Goldman Sachs und Cerberus einen Strich durch die Rechnung. Sie hatten einen Emissionserlös von knapp 500 Millionen Euro angepeilt. Sollte das IPO dieses Mal erneut platzen, gäbe es keinen dritten Versuch, sagen Branchenkenner einhellig. Dann bliebe für die Eigner nur noch der Ausstieg über einen Verkauf an einen strategischen Interessenten. Konkurrent Deutsche Wohnen etwa hob bereits den Finger, doch liefen die Gespräche zuletzt ins Leere. Nach offiziellen Angaben sollen die GSW-Aktien im zweiten Quartal erstmals gehandelt werden. Ein Termin vor Ostern sei dabei nicht ausgeschlossen, sagten zwei mit der Lage vertraute Personen. Bei Hapag-Lloyd dürfte es Unternehmenskreisen noch etwas dauern, doch ein Gang aufs Parkett noch in der ersten Jahreshälfte sei nicht ausgeschlossen, hieß es.

Experten überraschte nicht, dass sich die GSW traut und Hapag-Lloyd zögert. "Wenn sich die Lage in Japan verschlimmert oder Auswirkungen auf den asiatischen Handel hat, trifft das sicher wegen der Handelsrouten Hapag-Lloyd - GSW ist dagegen von den Vorkommnissen nicht betroffen", sagte ein Börsianer. Ein Banker wies darauf hin, dass die Reederei doppelt unter den derzeitigen Nachrichten zu leiden habe: Steigende Ölpreise durch die Unruhen in Libyen sowie die Lage in Japan. Er rechnet aber damit, dass die jetzt verschobenen Börsenpläne Mitte Mai wieder aus den Schubladen geholt werden. Ohnehin sieht mancher Börsianer eine Verzögerung gelassen: "Wenn ein Unternehmen einen Börsengang verschiebt, ist das kein Zeichen für Schwäche, sondern dass das Unternehmen nichts zu verschenken hat", sagt Stefan Albrecht, der für die Bank of America/Merrill Lynch in Deutschland das Geschäft mit Börsenneulingen leitet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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