IPO-Preis deutlich gesenkt
LHS nimmt zweiten Anlauf aufs Parkett

Das Softwareunternehmen LHS nimmt einen zweiten Anlauf an die Börse. Das Unternehmen bietet seine Aktien nur noch am Dienstag zum Festpreis von acht Euro je Stück an, teilte LHS mit. Damit hat die Firma den Preis und das Emissionsvolumen im Vergleich zum ersten, abgebrochenen Versuch, am Kapitalmarkt Fuß zu fassen, deutlich heruntergeschraubt.

HB FRANKFURT. LHS will sich nun nur noch bis zu 42 Mill. Euro von der Börse holen, beim ersten Versuch waren 120 Mill. bis 160 Mill. Euro geplant. Die Zahl der angebotenen Aktien halbierte LHS auf gut 5,2 Millionen. Beim ersten Anlauf hatte LHS die Papiere für neun bis elf Euro angeboten.

Von den angebotenen Papieren stammen bis zu 4,5 Millionen Titel aus einer am 18. Oktober 2006 von der außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft beschlossenen Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen sowie bis zu 680 000 Aktien aus dem Eigentum der Altaktionäre.

Die Handelsaufnahme im Amtlichen Markt der Frankfurt Wertpapierbörse (Prime Standard) werde voraussichtlich am Mittwoch (25. Oktober) erfolgen. Nach vollständiger Platzierung aller angebotener Aktien (einschließlich Mehrzuteilung) wird der Streubesitz voraussichtlich etwa 35,9 Prozent betragen (ohne Mehrzuteilung etwa 31,3 Prozent).

Der Anbieter für Telekom-Abrechnungssoftware hatte am 20. Oktober seinen Börsengang wenige Stunden vor der geplanten Erstnotiz überraschend mit Hinweis auf das Marktumfeld verschoben ohne nähere Details zu nennen. Die Zeichnungsspanne hatte bei 9 bis 11 Euro gelegen. Das Unternehmen wollte mit dem Börsengang ursprünglich bis zu 80 Millionen Euro erlösen.

Die 1990 gegründete Gesellschaft, die 1997 eines der ersten Unternehmen am inzwischen eingestellten Neuen Markt war, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Nach der Übernahme durch den britischen Konkurrenten Sema für umgerechnet mehrere Mrd. Euro hatte sich LHS im Jahr 2000 von der Börse zurückgezogen. Im Jahr 2004 wurde LHS wieder eigenständig. Die einstigen Besitzer General Atlantic und LHS Beteiligungs GmbH hatten den Software-Anbieter dem Öldienstleister Schlumberger, der Sema in der Zwischenzeit übernommen hatte, abgekauft. Der Anbieter von Abrechnung- und Kundenverwaltungssoftware für Telekomfirmen setzte im ersten Halbjahr 2006 mit 431 Mitarbeitern 29 Mill. Euro um und erzielte eine Nettogewinn von knapp einer Million Euro.

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