IPO-Prestige lockt
Facebook drückt Bankgebühren bei Börsengang

Das Prestige des Facebook-Börsengangs überstrahlt selbst das Profitstreben der Banken. Insider berichten von einer Gebührenquote von nur 1,1 Prozent für die beteiligten Banken - üblich sind sonst drei bis sieben Prozent.
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San FranciscoDabeisein ist alles: Beim geplanten Facebook-Börsengang geben sich die Banken offenbar mit vergleichweise geringen Gebühren zufrieden. Um beim wichtigsten Marktdebüt seit Jahren nicht leer auszugehen, müssen die Geldhäuser womöglich merkliche Abstriche in Kauf nehmen, wie aus mit den Plänen vertrauten Kreisen verlautete.

Facebook wolle den beteiligten Instituten lediglich eine Gebühr von 1,1 Prozent zahlen, sagte ein Insider. Üblich seien an der Wall Street - je nach Umfang des Initial Public Offering (IPO) - drei bis sieben Prozent. Die Kreditinstitute würden aus Prestigegründen die geringere Quote schlucken. Schließlich könnten sich die Geldhäuser mit der Teilnahme am Mega-IPO des weltgrößten Online-Netzwerks schmücken. Zudem locke die Aussicht, künftig als Bank für Facebook zuständig zu sein.

Zu den Instituten, die den IPO begleiten, gehört auch die Deutsche Bank. Insgesamt sind es 31 Banken, darunter auch die US-Häuser Morgan Stanley, JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America und Barclays. Facebook will bei dem Börsengang bis zu fünf Milliarden Dollar einsammeln. In Aussicht steht eine Bewertung des Internet-Unternehmens von bis zu 100 Milliarden Dollar. Erstnotiz könnte bereits im Mai sein.

Mit Blick auf die Schuldenkrise und die unsichere Konjunktur haben zuletzt viele Unternehmen den Schritt auf das Börsenparkett gescheut. Für IPOs, bei denen weniger als 500 Millionen Dollar eingesammelt werden, müssen üblicherweise Bankgebühren von rund sieben Prozent gezahlt werden. Je höher das Volumen ist, desto niedriger sind allerdings die Honorarquoten. So musste etwa der Onlinespiele-Entwickler Zynga bei seinem eine Milliarde Dollar schweren Börsengang Ende vergangenen Jahres rund drei Prozent zahlen.

Facebook hatte am Montag im Zusammenhang mit dem Börsengang rund 100 Investmentbanker und Analysten eingeladen. „Es war ein guter erster Schritt, um eine Beziehung aufzubauen“, sagte einer der Teilnehmer. Thema sei auch gewesen, wie Facebook weiter an seinen weltweit rund 845 Millionen Teilnehmern verdienen könne. Ziele seien allerdings nicht genannt worden. Genauere Angaben über das Geschäft sollen die beteiligten Banken bei einem zweiten Treffen im April erfahren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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