IPO-Welle
Brasiliens Anleger im Börsenfieber

In Brasilien haben die Anleger Feuer gefangen. Der Leitindex der Börse hat sich seit Jahresanfang mehr als verdoppelt. Und die IPO-Welle rollt. Die Banco Santander schaffte sogar den größten Börsengang seit März 2008. Vor allem ausländische Investoren setzen auf die guten Wachstumsaussichten in Brasilien.
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SÃO PAULO. Die spanische Großbank Santander hat mit dem Rekord-Börsengang ihrer brasilianischen Tochter 14,1 Milliarden Real (rund 5,5 Milliarden Euro) erlöst. Das Finanzinstitut habe 600 Millionen Aktien zum Preis von 23,5 Real an die Investoren verkauft, teilte die brasilianische Börsenaufsicht mit. Bei dem Börsengang der ehemals als Banco Santander (Brasil) SA bekannten Bank handelt es sich um den weltgrößte Börsengang seit dem IPO von Visa im März 2008 und den größten eines brasilianischen Unternehmens überhaupt.

Die Aktien, die 15,6 Prozent des Kapitals ausmachen, sollen ab heute an der Bovespa in São Paulo und als ADR in New York gelistet werden. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 50 Mrd. Dollar ist Santander alleine in Brasilien mehr wert als etwa die Deutsche Bank. Die Santander-Aktie wird künftig zu den Blue-Chips in São Paulo zählen, wie sonst nur Petrobras, Vale oder ItauUnibanco. Analysten erwarten, dass vor allem ausländische Investoren die Bankaktie kaufen werden. „Es ist eine gute Einstiegsgelegenheit für Investoren in Brasilien, die eine liquide Aktie suchen“, sagt Roseli Machado von Fator Asset Management.

Seitdem Ende Juni beim Börsengang von Visanet – dem weltweit ersten großen Börsengang seit der Finanzkrise – 4,5 Mrd. Dollar nach Brasilien flossen, haben acht weitere Unternehmen Aktien emittiert. Mit dem Fleischverarbeiter Perdigão/Brasil Foods (2,9 Mrd. Dollar), dem Kreditkartenanbieter Redecard (1,2 Mrd. Dollar) sowie dem Kosmetikhersteller Natura (0,8 Mrd. Dollar) waren darunter auch größere Deals. Insgesamt flossen alleine über Unternehmensanleihen und Aktieninvestitionen bis August dieses Jahres 17 Mrd. Dollar nach Brasilien. Die Zentralbank hatte wegen der Krise noch mit maximal drei Mrd. Dollar Kapitalzuflüssen gerechnet und versucht nun, die rasante Aufwertung des Real einzudämmen.

Doch das wird nicht leicht werden: Ein Dutzend weitere Unternehmen haben an der Bovespa ihre Börsengänge angemeldet. Noch einmal so viele Konzerne könnten versuchen, sich bis zum Jahresende Kapital über die Börse zu besorgen. Baukonzerne, Immobilienentwickler und Shopping-Mall-Betreiber sind am stärksten vertreten.

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