Italienische Design-Hersteller
Luxusmarken auf dem Börsenzettel

Italiens Design-Hersteller drängen an die Börse. Am Donnerstag hat der Lederwaren-Hersteller Piquadro seine Aktien erfolgreich an der Mailänder Börse platziert. Der Aktienkurs kletterte am ersten Tag um mehr als vier Prozent. Piquadro ist innerhalb von drei Monaten bereits der zweite Börsengang in Italien.

MAILAND. Die Mode- und Design-Unternehmen aus dem Mittelmeerland profitieren derzeit vor allem von der regen Nachfrage aus Russland, Indien und China. In diesen Ländern wächst die Zahl der wohlhabenden Menschen rasant, und wer es sich leisten kann, schmückt sich mit italienischen Marken. Seit dem Krisenjahr 2003 verzeichnet die italienische Luxusbranche daher wieder zweistellige Zuwächse, und die durchschnittlichen Margen der Luxushersteller sind höher als die der klassischen Industrieunternehmen. Für die meist kleineren Unternehmen ist der Börsengang häufig ein Weg, um ihre internationale Expansion zu finanzieren und neue Läden zu eröffnen. Auch nach den Worten des Finanzdirektors von Piquadro, Roberto Trotta, ist das Ziel des Börsengangs, „aus Piquadro eine internationale Marke zu machen“. Das Unternehmen plane neue Läden in europäischen Städten und im Fernen Osten.

Den Anlegern bieten die Börsengänge die Möglichkeit, in ein lukratives Segment zu investieren, das bisher kaum an der Börse vertreten war. Der Modekonzern Mariella Burani etwa hat seinen Aktienkurs seit dem Börsengang im Jahr 2000 mehr als verdreifacht. Die Valentino-Fashion-Group, die derzeit an einen Private-Equity-Investoren verkauft wird, hat ihren Börsenwert innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Auch der Schuhfabrikant Geox ist heute an der Börse fast dreimal soviel wert wie am ersten Handelstag im Jahr 2004.

Ende Juli ist das Mode-Unternehmen Aeffe an die Mailänder Börse gegangen. Mit den Marken Alberta Ferretti, Moschino und Pollini gehört Aeffe zu den weltweit bekannten italienischen Modemarken. Mit einem Umsatz von insgesamt 275 Mill. Euro im vergangenen Jahr spielt das Unternehmen bei den mittelgroßen Modefirmen mit. Die Analysten von Mediobanca bewerteten die Aktie trotz der bisher eher schwachen Performance vergangene Woche mit „outperform“.

„Wir werden in den kommenden Jahren noch einige Börsengänge aus der Mode- und Luxuswelt sehen“, sagt Armando Branchini, Präsident der auf den Luxussektor spezialisierten Marketingberatung Intercorporate. In den kommenden Monaten will auch der Juwelier Damiani an die Börse gehen. Diese Woche hat das Familienunternehmen bereits das Okay der Börsenaufsicht erhalten. Auch Ferragamo mit einem Umsatz von 631 Mill. Euro hat seine Notierung in Aussicht gestellt. Noch ist unklar, ob Ferragamo seine Aktien in Mailand oder in London an die Börse bringt. Ferragamo – mit einem Umsatz von 1,4 Mrd. Euro einer der Großen der Branche – hat seinen Börsengang in der Vergangenheit mehrmals aufgeschoben, gilt aber noch immer als Kandidat. Und auch bei Versace halten sich die Gerüchte, dass das Unternehmen sich an der Börse platzieren will.

Die Tatsache, dass die meisten Vertreter der Modebranche noch in Familienhand sind, kann für Anleger ein Vorteil sein, wie Studien unter anderem von Morgan Stanley und von der European Business School zeigen. Danach haben sich die Aktienkurse von börsennotierten Familienunternehmen überdurchschnittlich gut entwickelt.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%