Jahresendspurt
Latino-Börsen ziehen an

Die Aktienmärkte Lateinamerikas haben zum Jahresendspurt angesetzt haben: Der mexikanische Börseindex IPC legte acht Prozent zu, Brasiliens Bovespa hält sich über der Rekord-Marke von 40 000 Punkten. Ausländische Investoren können an dem Boom aber nur begrenzt teilhaben.

SAO PAULO / BUENOS AIRES. Auf den Anleihemärkten sank der Spread, also die Zinsdifferenz gegenüber den als sicher geltenden US-Schatzanleihen, auf historische Tiefstände. Die Märkte schließen damit an die positive Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf an. Denn es geht ein Superwahljahr in Lateinamerika zu Ende – nur in Ecuador und Venezuela werden die Präsidenten noch gewählt. Die Bilanz: Bei den bisher elf Wahlen wurden fast überall marktfreundliche Kandidaten gewählt. Entsprechend positiv entwickelten sich die Börsen und Anleihemärkte: Die Aktienmärkte weisen von allen Weltregionen im bisherigen Jahresverlauf die höchste Rendite auf. Spitzenreiter ist die Börse Peru mit einem Plus von 132 Prozent.

Der Grund für die Kurssteigerungen ist neben den aus Marktsicht erfreulichen Wahlergebnissen der gute Konjunkturausblick: Der IWF erwartet, dass Lateinamerika nächstes Jahr 4,25 Prozent wachsen wird, nach 4,75 Prozent in diesem Jahr. Der leichte Rückgang in der Prognose liegt vor allem an den Rohstoffpreisen, die nach der dreijährigen Hausse, nicht mehr weiter steigen dürften. Dafür wird aber in Brasilien und Chile die lokale Nachfrage zulegen und für einen BIP-Anstieg in den Ökonomien sorgen, schätzt die Schweizer Großbank UBS.

Auch die guten Quartalsberichte in der Region haben die Börsen belebt. Entscheidend für die starken Kurszuwächse sind aber die zahlreichen Unternehmensfusionen und Übernahmen. So hat Brasiliens Eisenerzkonzern CVRD gerade den kanadischen Nickelproduzenten Inco geschluckt. In Mexiko will der Medienmilliardär Carlos Slim sein Handykonzern America Movil mit seinem Festnetzbetreiber America Telekom fusionieren und die Tochter der Telecom Italia in Brasilien übernehmen. Dadurch würde der Konzern mit der größten Börsenkapitalisierung Lateinamerikas entstehen. Der mexikanische Zementriese Cemex verhandelt über den Kauf des australischen Baumaterialanbieters Rinker. Neben diesen Milliardendeals existiert eine lange Liste an kleineren Fusionen über die Grenzen hinweg. Mit Übernahmen von rund 90 Mrd. Dollar bis Anfang Oktober hat sich das M&A-Volumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits mit dem Faktor 2,5 multipliziert, berichtete der Finanzdienstleister Thomson Financial. Zudem hat der IPO-Boom in Brasilien das Interesse an Aktien erhöht: Trotz der Schwächephase der Börse zur Jahresmitte haben 2006 rund 30 brasilianische Unternehmen ihre Aktien erstmals an der Bovespa gelistet oder ihr Kapital erhöht.

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