Jahresrückblick
Topmanager verkaufen rechtzeitig

Deutschlands Topmanager waren im abgelaufenen Jahr vor allem in einer Disziplin Vorbild für den Rest der Aktionäre: Sie haben sich rechtzeitig von Aktien ihres Unternehmens getrennt. Wer den besten Riecher für die eigene Aktie hatte und was Anleger aus den Verkäufen lernen können, zeigt der Jahresrückblick des Insider-Barometers.

FRANKFURT. Wer als Anleger dabei die Zeichen der Zeit richtig gedeutet hat und daraufhin ebenfalls diese Papiere verkauft hat, der konnte sich in den meisten Fällen sicher sein, dass er dies zu einem Kurs tat, der wenige Wochen später nicht mehr zu bekommen gewesen wäre.

"Wer früh verkauft hat, hat in der Regel auch gut verkauft" resümiert Christian Rouette vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Technischen Universität Aachen, der die Insiderdeals des vergangenen Jahres zusammen mit Commerzbank Private Banking ausgewertet hat.

Tatsächlich haben die Vorstände, Aufsichtsräte sowie deren Angehörige aus den 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax das turbulente Börsenjahr 2008 zu weit mehr Käufen und Verkäufen von Aktien ihres Unternehmens genutzt als in den Jahren zuvor. Das zeigt die Statistik der Börsenaufsicht BaFin, bei der diese Orders gemeldet werden müssen. Den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg fanden speziell in der ersten Jahreshälfte die Topmanager von Unternehmen aus den Bereichen Regenerative Energien und Immobilien, deren Aktien lange Zeit kräftig gestiegen waren. Seitdem sich Vorstände und Aufsichtsräte bei Solon, Q-Cells, Nordex einerseits und Colonia Real Estate und Vivacon andererseits von ihren Papieren getrennt haben, ging es mit deren Aktienkurs zwischen 70 und 85 Prozent bergab.

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