Aktien
Jpmorgan traut europäischen Aktien sechs- bis zwölfmonatige Rally zu

Die US-Bank Jpmorgan ist sehr optimistisch für die Aussichten der europäischen Aktienmärkte in den kommenden sechs bis zwölf Monaten. Wie 1999 gebe es Potenzial für einen extrem starken Kursanstieg, schrieb Analyst Mislav Matejka in einer Studie vom Montag.

dpa-afx LONDON. Die US-Bank Jpmorgan ist sehr optimistisch für die Aussichten der europäischen Aktienmärkte in den kommenden sechs bis zwölf Monaten. Wie 1999 gebe es Potenzial für einen extrem starken Kursanstieg, schrieb Analyst Mislav Matejka in einer Studie vom Montag. Allerdings könnte die Entwicklung auf Sicht von fünf bis zehn Jahren deutlich verhaltener ausfallen und den Aktionären nur karge Erträge einbringen.

Ein Grund zur Sorge ist für den Experten die Bewertung der Aktienmärkte. Derzeit sehe diese angesichts der Unterstützung durch den Gewinnzyklus der Unternehmen und im Vergleich zu anderen Anlageklassen attraktiv aus. Doch in der Vergangenheit hätten die Börsen ihre beste Zehnjahresentwicklung von niedrigeren Bewertungsniveaus aus gezeigt.

Zudem führe der Rückfall bei Staatsanleihen zur Frage, ob Aktien im Vergleich dazu wirklich günstig oder vielmehr die Anleihen teuer bewertet seien, so Matejka weiter. Die gegen Preisrückgänge gerichtete Reflationspolitik der Regierungen wirke zwar kurzfristig positiv. Doch auf längere Sicht untergrüben die Staatsdefizite und die Unsicherheit über eine inflationäre Entwicklung die Glaubwürdigkeit der Politik. Das könnte die künftige Rendite der Staatsanleihen belasten, welche die Basis für alle riskanten Anlagen sei. Anleger sind nur dann bereit, in Aktien oder andere schwankungsfreudige Vermögenswerte zu investieren, wenn diese einen höheren Gewinn versprechen als die festverzinslichen Staatsanleihen oder andere als sicher geltende Assets.

Als weitere Belastung machte der Jpmorgan-Analyst die rückläufigen Investitionen in den USA im vergangenen Jahr aus. Zuvor habe es das nur in den USA in den 1930-er Jahren und in Japan in den 90-er Jahren gegeben. Die künftigen Wachstumsraten dürften sich abschwächen und die langfristige Produktivität beeinträchtigen. Andere negative Faktoren seien der gestiegene Wirtschaftsprotektionismus, höhere Regulierungsrisiken und strukturell schwächere Arbeitsmärkte. Das Wachstum der Schwellenländer sei zwar positiv, doch könnten nicht alle Länder gleichzeitig ihre Probleme exportieren, gab der Experte zu bedenken.

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