Kabel Deutschland: Hauptaktionär schickt Kurs auf Talfahrt

Kabel Deutschland
Hauptaktionär schickt Kurs auf Talfahrt

Früher als erwartet hat der Hauptaktionär von Kabel Deutschland die Hälfte seines Aktienpakets verkauft. Die Aktie war in den letzten Wochen gut gelaufen und auch Analysten sehen derzeit noch wenig Steigerungspotenzial.
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FrankfurtDie Aktienplatzierung eines Großaktionärs hat Kabel Deutschland heute deutlich belastet. Am Vormittag büßten die Titel des Kabelbetreibers am MDax-Ende 4,20 Prozent auf 37,840 Euro ein. Der Index für mittelgroße Werte rückte zeitgleich um 0,62 Prozent auf 10.245,36 Punkte vor.

Der Großaktionär Cable Holding hat sich von der Hälfte seiner Anteile an dem Unternehmen getrennt. 20 Millionen Kabel-Deutschland-Aktien seien am Freitag bei institutionellen Investoren platziert worden, hieß es am Markt. Laut Händlern lag der Platzierungspreis bei 38,00 Euro und damit am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne von 38,00 bis 38,50 Euro. Damit schrumpft der Anteil der Cable Holding an Kabel Deutschland von 45 auf rund 22 Prozent. Die Cable Holding gehört zum Finanzinvestor Providence. Erst Ende September hatte dieser 15 Millionen Aktien zu einem Preis von 27,50 Euro je Aktie verkauft.

"Angesichts der jüngsten Kursentwicklung kommt die Platzierung nicht überraschend", sagte Analyst Stefan Borscheid von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Seit ihrem Tief vor knapp sechs Wochen hat die Aktie in der Spitze um bis zu 23 Prozent zulegen können. Zwar sei angesichts zuletzt aufgetauchter Gerüchte mit einem kurzfristigen Verkauf von Aktien zu rechnen gewesen, so Borscheid weiter. Doch niemand habe den genauen Zeitpunkt gekannt. Er bewertet die Aktie mit "Halten" und sieht das Kursziel bei 40 Euro. Ein Händler betonte indes, dass "mit diesem Schritt erst Ende März zu rechnen war" und erklärte daraus auch die negative Kursreaktion.

Die WestLB hat Kabel Deutschland auf "Reduce" mit einem Kursziel von 32,00 Euro belassen. Die Platzierung von 20 Millionen Aktien durch die Cable Holding sei ein weiteres Indiz dafür, dass die Bewertung des Kabelnetzbetreibers in den Augen des ehemaligen Mehrheitseigners ihren fairen Wert überschritten habe, schrieb Analyst Wolfgang Specht in einer Studie vom Freitag. Er jedenfalls halte die Aktien für fundamental überbewertet.

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