Kapitalerhöhung
Commerzbank-Aktie nähert sich dem Tiefpunkt

Die Aktie der Commerzbank wird erstmals ohne Bezugsrechte für die Kapitalerhöhung gehandelt. Deshalb kostet sie knapp 20 Prozent weniger als am Vortag. Manche Analysten haben ihren Optimismus bereits wieder gefunden.
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FrankfurtEs ist der Tag der Wahrheit für die Aktionäre der Commerzbank: Die Aktie wird zum ersten Mal ohne Bezugsrechte gehandelt. Sie kostet aktuell 3,03 Euro, nachdem sie gestern bei 3,74 Euro aus dem Handel gegangen war. Bis zum Nachmittag wechselten Papiere im Wert von über 250 Millionen Euro den Besitzer. Damit lag das Handelsvolumen deutlich höher als bei allen anderen Dax-Aktien - der nächst höhere Wert war Daimler mit einem Volumen von 185 Millionen Euro.

Gespannt schauten die Aktionäre der Commerzbank auch auf den Handel mit Bezugsrechten für neue Aktien. Diese werden seit heute an der Börse separat notiert, zurletzt mit rund 77 Cent. Im frühen Handel war der Kurs der Bezugsrechte zeitweise deutlich unter Druck gekommen und bis auf 65 Cent gefallen. Die Aktionäre können von nun an für elf alte Aktien zehn junge Aktien beziehen.

Die Commerzbank hatte während der Finanzkrise mehr als 18 Milliarden Euro an Staatshilfen bekommen. Nun will sie den Staat wieder auszahlen, dafür muss sie Geld auf dem Kapitalmarkt einsammeln. Insgesamt wirft die Bank gut 2,4 Milliarden neue Aktien zum Preis von 2,18 Euro pro Stück auf den Markt. Die Zahl der Aktien verdoppelt sich dadurch. Die Ankündigung der Kapitalerhöhung hatte die Aktie in den vergangenen Wochen belastet - im April kostete sie noch mehr als fünf Euro. Die Kapitalerhöhung bedeutet für die Altaktionäre eine deutliche Verwässerung ihrer Anteile.

Der sehr niedrige Ausgabekurs der neuen Aktien bedinge eine stärkere Erhöhung der Aktienanzahl und damit auch eine deutlichere Gewinnverwässerung, als er es erwartet habe, erklärte Michael Seufert von der NordLB. Dennoch sei angesichts der mittlerweile wieder erreichten Rentabilität ein Kurs von vier Euro auf Basis des Buchwertes angemessen. Die NordLB hat die Commerzbank nach der angekündigten zweiten Phase der von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft, das Kursziel aber von 4,40 auf 4,00 Euro gesenkt.

Die französische Investmentbank Cheuvreux hat die Einstufung für die Aktie auf "Kaufen" belassen. Die Kapitalmaßnahme dürfte das Ergebnis je Aktie um 24 Prozent verwässern, schrieb Analyst Cyril Meilland in einer Studie vom Montag. Daraus ergäbe sich ein bereinigtes neues Kursziel von 5,40 Euro. Dies berge für die Aktie ein Aufwärtspotenzial von rund 75 Prozent.

Weit weniger optimistisch urteilt Matthias Engelmayer von Independent Research. Der Verwässerungseffekt sei erneut unerwartet hoch, schrieb der Analyst in einer Studie. Wegen des niedrigen Bezugspreises von 2,18 Euro je Aktie ergebe sich für die Aktionäre aber die Möglichkeit einer Emissionsarbitrage bei der vollständigen Ausübung der Bezugsrechte und dem gleichzeitigen Verkauf der gehaltenen Aktien.

An seiner fundamentalen Einschätzung der Papiere halte er allerdings fest: Trotz der operativen Fortschritte sehe er wegen der hohen Bewertung sowie möglicher, sehr hoher Abschreibungen im Falle einer Umschuldung Griechenlands kein Kurspotenzial. Engelmayer senkte das Kursziel von 4,10 auf 3,50 Euro und beließt die Einstufung auf "Verkaufen".

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

Kommentare zu " Kapitalerhöhung: Commerzbank-Aktie nähert sich dem Tiefpunkt"

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  • Na das wär wohl die schlechteste aller Möglichkeiten. Schließlich handelt es sich um die zweitgrösste Bank in Deutschland. Systemrelevant wie es so schön heißt. Ich würd die Aktie dennoch vorerst nicht kaufen. wenn sie 2,x€ kostet dann könnt ich nochmal ins grübeln kommen.

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