Kapitalerhöhung
Commerzbank-Aktien geben kräftig nach

Das Anleihen-Rückkaufprogramm der Commerzbank stößt auf wenig Gegenliebe bei Investoren. Die Aktien verlieren deutlich. Analysten sehen das Problem vor allem beim Preis.
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FrankfurtDas Ergebnis des Hybridanleihen-Rückkaufprogramms der Commerzbank hat Investoren am Montag nicht überzeugt. Die Aktien der Bank zählten mit einem Minus zeitweise mehr als drei Prozent auf 1,89 Euro zu den größten Verlierern im Dax. Das Institut hat von seinen Anlegern Hybridpapiere mit einem Nominalvolumen von 965 Millionen Euro gekauft und wandelt diese in 361 Millionen neue Aktien mit einem Preis von 1,91 Euro je Stück. Das Kernkapital der Commerzbank erhöht sich damit um sieben Prozent.

Das Investoren-Interesse an dieser Aktion beschrieben Händler als „mäßig“: Immerhin hatte das von der Commerzbank offerierte Ankaufsvolumen bei 3,16 Milliarden Euro gelegen. „Es ist ja nicht die erste Kapitalmaßnahme der Commerzbank, von daher ist ein geringer werdendes Interesse von Investorenseite durchaus nachvollziehbar“, sagte ein Analyst.

„Der Preis von 1,91 Euro je Aktie ist nicht sonderlich attraktiv, das gibt ja fast keine Prämie zum Börsenkurs, und auch von der Dividendenrendite her lohnt sich das nicht. Man muss ja auch den Verwässerungseffekt bedenken“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Grundsätzlich sei das Rückkaufprogramm dennoch als Erfolg zu werten, schrieb Equinet-Analyst Philipp Häßler. Der Kapitalbedarf der Commerzbank sollte nun gedeckt werden können, und eine Zustimmung der EBA zu den Kapitalplänen der Commerzbank sei absehbar. Die Analysten von Cheuvreux setzten das Institut auf ihre sektorübergreifende Empfehlungsliste für Deutschland und Europa.

Mit dem Tausch von nachrangigen Anleihen in Aktien will das Institut sein hartes Kernkapital Euro aufbessern. Die Kapitalerhöhung verwässert allerdings den Anteil der bisherigen Anteilseigner. Der Bund tauscht einen Teil seiner Stillen Einlagen in neue Anteilsscheine und ist damit weiter mit etwas mehr als 25 Prozent an der Bank beteiligt. Da die Bank ihre eigenen Verbindlichkeiten billiger zurückkaufen konnte als diese in den Büchern standen, steigert die Transaktion den Überschuss im ersten Halbjahr um 87 Millionen Euro.

WestLB-Analyst Neil Smith sagte zu Reuters: „Trotzdem wird es damit für die Commerzbank deutlich leichter, die Anforderungen der EBA zu erfüllen.“ Zuletzt fehlten der zweitgrößten deutschen Bank noch 1,8 Milliarden Euro, um die beim Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro zu schließen. Mit dem nun abgeschlossenen Rückkauf der eigenen Schulden sinkt der offene Kapitalbedarf auf rund eine Milliarde Euro. Dabei betonte die Bank stets, dass sie den Umtausch gar nicht brauche, um die EBA-Vorgaben zu erfüllen. Bis Ende Juni will das Institut sein Kernkapital um weitere 2,9 Milliarden Euro stärken. Rund 1,2 Milliarden Euro sollen aus dem erwarteten Gewinn im ersten Halbjahr 2012 kommen, der Rest aus dem beschleunigten Abbau von Randaktivitäten und weiteren Risikopositionen.

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  • Jetzt hab ich die Antwort selbst gefunden ...:

    http://www.daf.fm/video/commerzbank-platzierungspreis-per-1-maerz-bei-190-euro-50152169-DE0008032004.html

  • hehe @ gekko ... ich denke die machen das schon ganz gut. Jetzt muss "nur noch" für die Eurohypo eine Finanzakrobatik her - und das wird klappen - dann macht der neue Spekulatanten Liebling CoBa wahrscheinlich wirklich einen Satz nach oben - 20 Prozent reichen dann wohl gar nicht mehr ... Vom KGV her (daher empfehlen auch immer wieder viele Analysten zum Kauf) wären eher so um die 60% plus angesagt ... Mal sehen ... - Zweistellig wirds aber so schnell wohl nicht mehr :-)

  • Die Aktivitäten der CoBa zur Erhöhung der Eigenkapitalquote sind reinste Finanzakrobatik. Banken leben vom Vertrauen - so macht man es kaputt.
    Falls morgen ein Praktikant noch einen alten PC findet, der nicht inventarisiert ist,
    dann erhöht sich der Wert der CoBa nochmals um 20 Prozent.
    Analystenempfehlung: strong buy

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