Kapitalerhöhung: Sky bietet neue Aktien teuer an

Kapitalerhöhung
Sky bietet neue Aktien teuer an

Morgen startet die Bezugsfrist für die laut Vorstandschef Brian Sullivan letzte Kapitalerhöhung des Bezahlsenders Sky. Und günstig werden die neuen Aktien für Anleger nicht. Sky verlangt für die Papiere mehr, als die Altaktien zurzeit an der Börse wert sind. Großaktionär Rupert Murdoch stört das nicht.
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HB FRANKFURT. Der chronisch defizitäre Bezahlfernsehsender Sky verlangt bei seiner Kapitalerhöhung einen Kursaufschlag. Das Münchner Unternehmen legte den Bezugspreis der neuen Papiere auf 1,05 Euro fest. Das ist mehr als an der Börse, wo sich die Titel am Montag um gut zwei Prozent auf einen Euro verteuerten.

Sky kann sich das leisten, da Großaktionär Rupert Murdoch mit seinem Konzern News Corp die Emission notfalls allein übernehmen will. Zusammen mit einem Kredit will er so insgesamt 340 Millionen Euro in das Unternehmen pumpen - es wäre die vierte Geldspritze seit seinem Einstieg 2008.

Für je zwei gehaltene Aktien sollen die Anteilseigner den Angaben zufolge ein neues Wertpapier erhalten. Die Bezugsfrist solle vom 14. bis zum 27. September laufen. Die neuen Aktien würden ab 30. September gehandelt. Sky will bis zu 269,6 Millionen Papiere ausgeben. Bei einem Bezugspeis von 1,05 Euro könnte Sky durch die Ausgabe neuer Aktien bis zu 283 Millionen Euro einnehmen. News Corp hatte zugesichert, bis zu einer Schwelle von 49,9 Prozent am Grundkapital neue Sky-Aktien zu kaufen.

Nach Aussage von Senderchef Brian Sullivan soll das die letzte Überweisung von Murdoch gewesen sein. "Falls unsere grundlegende und strategische Planung stimmt, werden wir nichts mehr brauchen", hatte Sullivan vor einer Woche gesagt. Der Amerikaner räumte aber ein, dass die Sanierung des Unternehmens noch zwei bis drei Jahren dauern könnte, bevor die Geschäfte "nachhaltig" liefen.

Sullivan hat vor fünf Monaten den glücklosen Mark Williams an der Sky-Spitze abgelöst und bemüht sich seither, neue Abonnenten zu locken. Durchschlagenden Erfolg hatte er damit bisher allerdings nicht: die Kundenzahlen stagnieren bei weniger als 2,5 Millionen. Sky benötigt nach eigenen Berechnungen mindestens 2,8 Millionen Kunden, um schwarze Zahlen zu schreiben. Bisher hat der Anfang der 90er Jahre gegründete Sender lediglich einmal einen Jahresgewinn geschrieben: 2005, im Jahr des Börsengangs.

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  • Sehr geehrte Damen und Herren vom Handelsblatt,

    da muss ich mich schon sehr wundern! Die Kapitalerhöhung ist also teuer!? ich empfehle ihnen einen blick in § 8 Absatz 2 Satz 1 AktG bzw. § 8 Absatz 3 Satz 3 AktG. Damit sollte klar sein, dass Sky die neuen Aktien gar nicht für weniger als EUR 1,00 ausgeben darf. Alles andere wäre eine verbotene Unter-pari-Emission. Wenn der Kurs deutlich unter einem Euro liegen würde, käme nur eine Zusammenlegung bzw. Kapitalherabsetzung in betracht, an die sich dann eine Kapitalerhöhung anschließen könnte. Dies käme aber einem Offenbarungseid der Unternehmensleitung gleich. Also bleibt nur der eingeschlagene Weg (vgl. auch Conergy Kapitalerhöhung Ende 2008).
    Von ihrer Zeitung hätte ich erwartet, dass ihnen dergleichen bekannt ist. Sie können aber in Zukunft gerne bei solchen Fragen über meine Emailadresse auf mich zurückkommen.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Tja, da sieht man es mal...

    Warum ist Pay-TV in Deutschland kein Erfolg und in den USA bommt es?

    Weil in D will ein Sender für 5 Programme (1 Gutes, der Rest ist schmucklose beigabe) mehr haben als in den USA für 50 Sender?

    Wenn die Herren in den Chefetagen, zusammen mit dem deutschen Unwillen dauernd zusätzlich zur GEZ auch noch fürs Fernsehen zahlen zu wollen, die kapieren, ja dann werden sie wirtschaftlichen Erfolg haben.

    Aber lieblos übersetzte amerikanische Soft-Sendungen sind halt nicht so beliebt, dass man hier dafür Geld ausgeben würde.

    benehmen von Kolonialherren.

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