Kaum Reserven für Neuanlagen
Anleger sind zurückhaltend bei Aktien

Die institutionellen deutschen Investoren haben ihre Aktienquoten weiter gesenkt. Dies ergab eine Umfrage der Investmentgesellschaft Invesco im ersten Quartal, die dem Handelsblatt vorliegt. Befragt wurden 45 Institutionelle mit einem Vermögen von 65 Mrd. Euro. Bei Eigenanlagen, die nicht von externen Asset-Managern verwaltet werden, sank die Aktienquote 2002 im Vergleich zum Vorjahr weiter auf nur noch 9 %. „Da steckte vielen die Irak-Krise in den Knochen“, sagt Bernhard Langer, Chefstratege Invesco Deutschland.

FRANKFURT/M. Langer glaubt, dass viele der Anleger in den Aufschwung hinein nicht zugekauft haben, die Hausse des zweiten Quartals also verpassten. „Aber jetzt dürften manche über Bestandsaufstockungen nachdenken, obwohl es dann nur zu moderaten Zukäufen kommen sollte.“ Ähnlich sieht es Hartmut Leser, Geschäftsführer von Feri Institutional Management: „Nicht nur bei Versicherungen ist die Risikoneigung gering; es sind auch kaum Reserven für Neuanlagen da.“ Gefragt seien Sicherheitsnetze. „Die Kunden wollen Wertsicherungs- und Absolute-Return- Konzepte“, sagt Langer.

Patrik Bremerich, Geschäftsführer von Risk-Management-Consulting RMC, weist auf ein Dilemma bei den Institutionellen hin. Eine Abkehr von der Aktie sei keine Lösung; auch die Alternative Anleihe sei auf Grund niedriger Zinsen und höherer Kursschwankungen ein kritisches Anlagemedium geworden.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist ein längerer Anlagehorizont der Investoren. „Über die Hälfte der Befragten nennt einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren“, sagt Langer. Leser interpretiert dies als Notlösung: „Die Verlängerung ist auch aus der Not geboren, denn man tut sich schwer beim Auflösen von Verlustpositionen.“

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