Kein Nachfragestau
Analysten sehen schwere Automobil-Zeiten

Die Automobilbranche in Europa und den USA wird von dem sich abzeichnenden Konjunkturaufschwung nur wenig profitieren.

HB FRANKFURT/M. „Angesichts nur geringer Wachstumsaussichten sehe ich auch nur eine marginal positive Entwicklung“, sagte Standard & Poor's (S&P)-Analystin Maria Bissinger am Mittwoch in Frankfurt. Grundsätzlich sei der Markt in den USA und Westeuropa sowie Asien gesättigt - eine Ausnahme bilde hier nur China.

Die Analystin sieht in den USA zwar eine Belebung der Konjunktur. Diese dürfte aber nur geringe Auswirkungen auf die Kfz-Nachfrage haben.

Aufgrund der umfangreichen Kaufanreizprogramme (Incentives) der vergangenen Jahre sei in der Rezession kein Nachfragestau entstanden. Daher erwartet Bissinger auch keine deutlich anziehenden Absatzzahlen. Branchenschätzungen gehen von einem US-Pkw-Absatz im laufenden Jahr von 16,8 Millionen Einheiten aus, 2004 dürften es dann 17,3 Millionen Einheiten sein. Auf dem Gebiet der Kaufanreize in den USA erwartet Bissinger einen gewissen Rückgang, wenn auch kein Ende der Rabatte.

Erste Anzeichen für diese Entwicklung seien im 3. Quartal zu beobachten gewesen. So ist der Anteil der Marketingkosten (inklusive Rabatte) am Umsatz bei der Chrysler Group auf 20,3 % von 28,7 % im Vorquartal gesunken. Alles in allem sieht die Ratingagentur bei Chrysler weiterhin Unsicherheiten. Eine Verbesserung der Situation bei dem Automobilhersteller erwartet Bissinger erst 2005. Das kommende Jahr werde durch die Kosten für die Einführung neuer Modelle gekennzeichnet sein.

Für die europäischen Anbieter, allen voran Volkswagen, sei zudem der niedrige Dollar-Kurs eine Belastung. S&P erwartet sogar ein Kursverhältnis von 1,30-1,40 Dollar je Euro aus. Dies würde Volkswagen vor Probleme stellen, so Bissinger. In Europa, ebenfalls von Überkapazitäten und Preisdruck geprägt, zeigt sich S&P weniger überzeugt von einem Aufschwung. Angesichts von Schätzungen, die zwischen einem Rückgang von 2 % und einem Wachstum von 2 % schwanken, werde die Nettopreisentwicklung auch im kommenden Jahr unter Druck bleiben.

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