Keine Aufholjagd
Telekomaktien fehlt die Phantasie

Nach jahrelanger Durststrecke stabilisieren sich die Titel des Telekomsektors allmählich wieder. Trotz der ersten kleinen Hoffnungsschimmer erwarten die meisten Analysten jedoch vorerst keine großen Sprünge.

FRANKFURT. Trister könnte das Bild kaum sein: Auch sieben Jahre nach dem Ende der High-Tech-Hausse an den europäischen Börsen fristen die Aktien europäischer Telekomkonzerne ein trauriges Dasein. Die Titel der Deutschen Telekom etwa liegen immer noch gut 85 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom März 2000, ähnlich ist das Bild bei Konkurrenten wie France Télécom, Telecom Italia oder KPN.

In den vergangenen Wochen gab es jedoch erste kleine Hoffnungsschimmer für die leidgeprüften Anleger. Zunächst überraschte der britische Mobilfunkriese Vodafone mit einem zuversichtlichen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr, dann machten Gerüchte die Runde, die Deutsche Telekom wolle ihre US-Mobilfunktochter ganz oder in Teilen verkaufen. Die T-Aktie stieg daraufhin in wenigen Tagen um knapp zehn Prozent, Vodafone-Papiere verteuerten sich gar auf den höchsten Stand seit fünf Jahren.

„Die Vodafone-Ankündigung war ein ganz wichtiges Signal“, sagt Sebastian Wandtke, Telekomanalyst der Fondsgesellschaft Cominvest. „Allmählich kommt mehr Stabilität in den Sektor, und die Gewinnwarnungen werden seltener.“ Allerdings dürften Anleger jetzt nicht gleich eine zyklische Erholung erwarten: „Das Wachstum ist begrenzt, und es fällt den Konzernen schwer, neue Einnahmequellen zu erschließen“, warnt Wandtke.

Auch Thomas Friedrich, Analyst der Hypo-Vereinsbank, bewertet den Telekomsektor zurückhaltend: „Dass das Festnetzgeschäft der Exmonopolisten unter starkem Druck steht, sollte mittlerweile eingepreist sein. Zusätzlich gibt es aber nun erste Verschleißerscheinungen im Mobilfunk. Mit diesen Problemen haben alle Anbieter zu kämpfen."

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