Keine Aussicht auf eine Aufwärts-Bewegung
Ölpreis-Entwicklung bleibt für Börsen bestimmend

Die auf Rekordniveau gestiegenen Ölpreise dürften auch in der kommenden Woche zentraler Risikofaktor für den Aktienmarkt bleiben. Angesichts der geopolitischen Lage sei mit einer kurzfristigen Entspannung nicht zu rechnen, sagten Analysten. Entscheidend bleibe die Lage im Irak und bei der russischen Ölgesellschaft Yukos.

HB FRANKFURT. Nach dem weitgehenden Abschluss der Berichtssaison legen kommende Woche nur noch wenige Unternehmen Quartalsergebnisse vor. Aufschluss über die weitere Entwicklung der Konjunktur in Deutschland erwarten sich die Händler am Donnerstag vom Ifo-Geschäftsklimaindex.

„Solange sich der Ölmarkt nicht beruhigt, kann der Dax nicht nachhaltig steigen“, sagte Björn Fromkorth, Händler beim Brokerhaus Lang & Schwarz. Ein Ölpreisrückgang ist nach Ansicht von Analysten dann möglich, wenn sich die Risikofaktoren wie die Lage im Irak oder bei Yukos entschärfen. Yukos ist seit Monaten vom Konkurs bedroht. Der russische Staat fordert Steuernachzahlungen in Höhe von rund sieben Milliarden Dollar. Die Konten der Firma wurden eingefroren. Der Irak liefert mit rund einer Million Barrel seit Tagen nur noch die Hälfte der sonst üblichen Menge. Am 9. August war nach einem Anschlag radikaler Schiiten die wichtigste Pipeline des Landes geschlossen worden.

Am Freitag notierte ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent bei mehr als 44,50 Dollar und damit so hoch wie nie zuvor seit Einführung der Terminhandels auf diesen Kontrakt. Auch der Terminkontrakt auf die US-Sorte West Texas Intermediate erreichte mit 48,98 Dollar den höchsten Stand des Terminhandels auf diese Sorte seit 1983. In den gegenwärtigen Ölpreisen ist nach Ansicht des Ölmarkt-Analysten der UBS, Paul Ting, eine Risikoprämie von 16 Dollar enthalten.

Einige Beobachter erwarten einen Zusammenbruch im Aktienmarkt: Ihre Argumente werden kräftiger seit den letzten Zahlen zu den US-Öl-Lagerbeständen. Dort wurde ersichtlich, dass nicht die Ölmenge das Problem ist, sondern die Raffinerien: Sie haben bei den Kapazitäten keine Luft mehr. Der erneute Anstieg der Auslastung auf 96,2% zeigt, mehr kann nicht produziert werden. Selbst eine erhöhte Fördermenge könnte dann nicht mehr verarbeitet werden. Zudem lässt bereits die Qualität der neuen Mengen nach. Die 50-Dollar-Marke rückt näher, und technische Analysten verweisen bereits auf Kursziele um 61 Dollar. Vom Öl sind demnach keine Argumente pro Aktien zu erwarten.

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