Keine Trendwende in Sicht
Blockierter Weg an die Börse

Die Kursturbulenzen an den internationalen Aktienmärkten fordern auch von den Beteiligungsgesellschaften Opfer. Gleich mehrere Finanzinvestoren haben wegen der Verluste am Aktienmarkt Neuemissionen abgesagt.

HB LONDON/FRANKFURT. In London musste der Private-Equity-Investor Blackstone innerhalb weniger Tage gleich zwei Börsengänge mit einem Gesamtwert von mehr als 500 Mill. Pfund absagen. Der Finanzinvestor Bridgepoint Capital verschob zuletzt die geplante Emission von Medica SA mit einem geschätzten Volumen von knapp 600 Mill. Euro. Experten rechnen mit weiteren Absagen in Europa.

„Aktuell ist die Großwetterlage am Kapitalmarkt angespannt. Dieser Situation kann sich kein Marktteilnehmer entziehen. Aus diesem Grund wird es in absehbarer Zeit grundsätzlich erst einmal schwieriger sein, Unternehmen an die Börse zu bringen“, sagt Jens Tonn von der Beteilungsgesellschaft Candover. Langfristig werde sich die Lage wieder drehen, aber wann genau das sein werde, könne im Moment niemand sagen. „Wenn sich die Lage an den Börsen nach der Sommerpause nicht zügig beruhigt, werden die Private-Equity-Investoren wieder deutlich mehr Unternehmen verkaufen, statt sie an die Börse zu bringen“, meint ein Londoner Investmentbanker.

Finanzinvestoren steigen in der Regel nach fünf bis sieben Jahren aus ihren Beteiligungen wieder aus. Während des langen Abschwungs an den Börsen nach dem Platzen der Technologieblase dominierten in den vergangenen Jahren die Verkäufe an strategische Investoren oder an eine andere Beteiligungsgesellschaft. Börsengänge als Ausstieg kamen gerade in Deutschland erst nach der deutlichen Kurserholung des vergangenen und zu Beginn des laufenden Jahres wieder in Mode.

Dieser Trend könnte nach der scharfen Korrektur der vergangenen Wochen nun wieder drehen. „Wir halten es grundsätzlich für sehr kritisch, sich auf einen Börsengang als Ausstieg zu verlassen“, warnt Wolfgang Alvaro, Managing Director von Granville Baird Capital Partners. Das gelte gerade für Mittelständler. „Wenn wir in ein Unternehmen investieren, konzentrieren wir uns auf die Frage von Wachstums- und Entwicklungschancen, die es ermöglichen, das Unternehmen für einen strategischen Investor attraktiv zu machen“.

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