Keine weitere Kürzung: RWE will Dividende für 2014 stabil halten

Keine weitere Kürzung
RWE will Dividende für 2014 stabil halten

Insidern zufolge will die RWE AG ihren Aktionären für das Geschäftsjahr 2014 eine stabile Dividende zahlen. Der Aufsichtsrat kommt am Mittwoch zu Beratungen zusammen.
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Düsseldorf/Frankfurt/EssenDer Energiekonzern RWE will trotz wegbrechender Gewinne einem Insider zufolge seinen Aktionären zunächst keine weitere Dividendenkürzung zumuten. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2014 solle mit einem Euro je Aktie stabil bleiben, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Dies dürfte vor allem bei den kommunalen Anteilseignern für Erleichterung sorgen, die rund 24 Prozent an dem nach Eon zweitgrößten deutschen Versorger halten. Der Aufsichtsrat von RWE kommt am Mittwoch zu Beratungen auch über die Dividende zusammen.

„Wir erwarten nicht nur für 2014 eine Dividende von einem Euro je Aktie, sondern auch für 2015 und darüber hinaus“, sagte etwa Lars Martin Klieve, Kämmerer der Stadt Essen, der Zeitung. Essen hält rund drei Prozent an RWE.

RWE kämpft wie die gesamte Branche wegen des Verfalls der Strom-Großhandelspreise mit Gewinneinbußen. Nach einem Rekordverlust von 2,8 Milliarden Euro 2013 hatte der Konzern die Dividende auf einen Euro halbiert. Dies hatte insbesondere viele finanziell klamme Kommunen in Nordrhein-Westfalen getroffen, die auf die Ausschüttungen aus Essen angewiesen sind.

RWE hatte 2013 die Dividende wegen der Gewinnrückgänge bereits auf einen Euro halbiert. Weitere Kürzungen wollen viele Kommunen, die insgesamt rund ein Viertel der RWE-Anteile halten, nicht hinnehmen. Dies gilt insbesondere nach dem Abschluss des Dea-Verkaufs in dieser Woche, der RWE rund 5,1 Milliarden Euro bringt.

Vertreter der Kommunen haben in den vergangenen Monaten das Management um Vorstandschef Peter Terium vor weiteren Kürzungen gewarnt. Im Laufe dieses Jahres dürfte die Frage einer Vertragsverlängerung des Niederländers anstehen. Sein jetziger Kontrakt läuft bis Ende August kommenden Jahres.

Die RWE-Aktie legte am Dienstag zeitweise stärker als der Leitindex Dax um ein Prozent auf 24,92 Euro zu. Der Versorger wollte sich zur Dividende nicht äußern. Über die Höhe von einem Euro hatte zuvor auch die „Rheinische Post“ berichtet. Grundlage für die Berechnung der Gewinnbeteiligung ist das nachhaltige Nettoergebnis. RWE will davon für 2014 zwischen 40 und 50 Prozent ausschütten. Das Ergebnis ist zwar in den ersten neun Monaten deutlich gefallen und soll auch im Gesamtjahr nur bei 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro nach 2,3 Milliarden Euro im Vorjahr liegen.

Rein rechnerisch könnte die Dividende demnach aber zwischen 78 Cent und 1,13 Euro betragen.

Die Zahlen für 2014 legt Terium am 10. März vor. RWE dürfte trotz Einbußen wieder deutlich schwarze Zahlen schreiben. Unter dem Strich werde wohl ein Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro stehen, sagte Equinet-Analyst Michael Schaefer Reuters. Nach neun Monaten lag der Nettogewinn bei knapp einer Milliarde Euro, das nachhaltige Ergebnis bei 763 Millionen Euro.

Ab dem Geschäftsjahr 2015 will das Management die Berechnung der Dividende auf eine breitere Basis stellen. Dabei soll auch die Verschuldung eine Rolle spielen. RWE steht mit 31 Milliarden Euro in der Kreide. Mit dem gerade vollzogenen Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea an russische Investoren für 5,1 Milliarden Euro kann Terium den Schuldenberg etwas abtragen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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