Kicken allein als Geschäftsmodell reicht nicht: Hintergrund: Die Rasenhelden von der Rhône

Kicken allein als Geschäftsmodell reicht nicht
Hintergrund: Die Rasenhelden von der Rhône

Frankreichs Topclub Olympique Lyonnais ist an der Börse gestartet. Geld verdienen muss der Verein vor allem im Ausland, denn der Fußballstandort Frankreich ist einfach zu unattraktiv. Doch dem Seriensieger fehlt außerdem noch etwas: das internationale Markenimage.

PARIS. Ecke in der 95. Spielminute. Die Abwehr von Tabellenführer Olympique Lyonnais kriegt den Ball nicht raus aus dem eigenen Strafraum. Benjamin Nivet nutzt das Gewusel und schießt seinen Verein gegen den haushohen Favoriten zum 1:0-Sieg.

Nivet spielt für den Provinzclub ES Troyes AC, ewiges Kellerkind der französischen Fußballliga. Hilflos schauen sich Lyons Spieler an. Fünfmal hintereinander haben sie die Meisterschaft in Frankreich gewonnen – und nun kassieren sie schon die dritte Niederlage in vier Tagen.

Nun gut: Das Team von Trainer Gérard Houllier hat immer noch elf Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten RC Lens und wird wohl erneut den Titel holen. Doch die Mannschaft um Stars wie den brasilianischen Kunstschützen Juninho leistet sich ihre Aussetzer ausgerechnet in der Börsen-Vorbereitungszeit.

Denn am heutigen Feitag ist Olympique Lyon als erster französischer Fußballclub an die Börse gegangen. Damit will Präsident Jean-Michel Aulas seinen Verein unter den Großen in Europa etablieren. Und es könnte ihm gelingen. Denn im Gegensatz zu den anderen Clubs in Frankreichs Liga hat Aulas Lyon eine moderne Geschäftsstrategie verpasst. Doch gerade die Schwäche der Konkurrenz ist auch das Risiko für Aulas: Denn der Fußballstandort Frankreich ist allenfalls zweitklassig.

Frankreichs Anleger trauen Aulas den Steilpass in die Zukunft zu. Die neuen OL-Papiere waren überzeichnet – die Nachfrage nach Frankreichs erster Fußball-Aktie überstieg das Angebot deutlich. OL-Chef Aulas bietet ihnen ein gesundes Fußballunternehmen. Schulden hat der Club im Gegensatz zu anderen Branchengrößen wie Real Madrid – für die Spanier ist Olympique in der Champions League längst zu einem Angstgegner geworden – keine. Der Gewinn stieg in der abgelaufenen Saison auf 16 Millionen Euro.

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