Klage angedroht: Apple-Aktionäre wollen an den Geldtopf

Klage angedroht
Apple-Aktionäre wollen an den Geldtopf

Hedge-Fonds-Manager David Einhorn will Bares sehen und verklagt Apple. Der Konzern überlegt nun, wie er die Aktionäre an den 137 Milliarden beteiligen kann. Die Apple-Aktie hat auf die Klage rasant reagiert.
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New YorkMittwochabend kurz vor Börsenschluss ist die Apple-Aktie nach oben geschnellt. Gut drei Prozent fester bei 468 Dollar ging die Aktie des wertvollsten Börsenunternehmens der Welt aus dem Handel. Am Donnerstag geht die Rally mit einem Plus von mehr als einem Prozent weiter. Für die Aktie könnte damit ein Abwärtstrend gebrochen werden, der bereits seit September 2012 anhält.

Grund für den Anstieg ist die Klage des Hedge-Fonds-Managers David Einhorn, der als Aktionär von Apple mehr Geld sehen will. Viele Börsianer scheinen zu hoffen, dass Einhorn sich durchsetzen kann: Sein finanzkräftiger Hedgefonds Greenlight Capital ist ein großer Apple-Anteilseigner mit 1,3 Millionen Aktien, die nach aktuellem Stand gut 600 Millionen Dollar wert sind (448 Millionen Euro).

Einhorn startete seinen Vorstoß am Donnerstag mit Auftritten bei US-Fernsehsendern sowie einem Brief an die anderen Anteilseigner. „Es ist Euer Geld“, schrieb er. Parallel dazu reichte er seine Klage beim Bezirksgericht in Manhattan ein. Mit dem juristischen Schachzug will er verhindern, dass Apple es durch eine Satzungsänderung erschwert, verzinste Vorzugsaktien auszugeben.

Apple reagierte am Nachmittag (Ortszeit) mit einer Stellungnahme und erklärte, man werde den Vorschlag von Einhorn zur Ausgabe von Vorzugsaktien „gründlich prüfen“. Apple hat mehrere Möglichkeiten um das Geld in die Taschen der Aktionäre fließen zu lassen.

Zum einen könnte Apple, wie von Einhorn gefordert, Vorzugsaktien ausgeben. Eigentümer solcher Aktien würden eine höhere Dividende kassieren, hätten aber kein Stimmrecht. Insbesondere für Investoren, die sich nicht am Kurs des Unternehmens beteiligen wollen eignen sich solche Vorzugsaktien. Das hätte auch einen steuerrechtlichen Vorteil: Apple müsste sein Vermögen nicht aus dem Ausland in die USA überweisen. Bei diesem Schritt wäre nämlich Steuern auf die Gewinne fällig.

Andere Investoren bevorzugen dagegen eine allgemeine Dividendenerhöhung für alle bereits ausgegebenen Aktien. So würden alle bisherigen Apple-Eigner gleich profitieren. Das Stimmrecht bliebe erhalten. Diese Variante bevorzugt unter anderem Michael Scanlon von der Vermögensverwaltungsgesellschaft John Hancock. Hancock verwaltet 3,5 Milliarden Dollar. Außerdem geht Scanlon von einem verstärkten Aktienrückkaufprogramm aus. Eine Vielzahl von Aktionären will beides: eine höhere Dividende und einen verstärkten Aktienrückkauf.

Erst im März vergangenen Jahres hatte der Konzern unter seinem neuen Chef Tim Cook einen Kurswechsel vollzogen und angekündigt, nach 17 Jahren überhaupt wieder eine Dividende zu zahlen. Zudem startete Apple einen Aktienrückkauf. Durch die beiden Aktionen sollen binnen drei Jahren 45 Milliarden Dollar an die Anteilseigner gehen; knapp 10 Milliarden davon sind bereits geflossen.

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  • Zeiten ändern sich schnell. Schau dir mal den Aktienkurs von Exxon in den vergangenen Tagen an. Da ging es schön abwärts.

  • 08.02.2013, 13:36 Uhr
    "Gut drei Prozent fester bei 468 Dollar ging die Aktie des wertvollsten Börsenunternehmens der Welt aus dem Handel."

    Sicher? Am 25.01.2013 war es noch Exxon.

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