Klage gegen Stadt Dresden
Gagfah schlägt zurück - die Aktie legt kräftig zu

Erst hat die Stadt Dresden die Immobiliengesellschaft Gagfah verklagt. Jetzt klagt Gagfah zurück. Das macht den Anlegern Mut. Analysten sehen Einstiegschancen.
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Der Immobilienkonzern und die Stadt Dresden liefern sich eine Klage-Schlacht und die Gagfah-Aktie reagiert mit einem Kurssprung. Verkehrte Welt? Mitnichten, meinen Marktteilnehmer. „Jetzt könnte man sich vorstellen, dass es auf einen langen Kampf hinausläuft, der letztendlich zu nichts führt“, sagte ein Händler. „Dann schaut man sich den Chart an und erkennt eine recht gute Einstiegschance.“

Seit die Stadt Dresden Ende März ihre Klage gegen den Immobilienkonzern auf den Weg gebracht hat, hatten die Aktien gut 20 Prozent an Wert verloren. Angespornt von der Widerklage haben Investoren am Dienstag Gagfah verstärkt nachgefragt. Die Titel setzten sich mit einem Plus von 6,1 Prozent auf 5,38 Euro an die Spitze der MDax-Gewinner. Ein Marktteilnehmer verwies auf eine charttechnische Hürde bei 5,40 Euro, die jetzt zu beachten sei.

Der Konflikt zwischen dem Unternehmen und der Stadt schwelt schon länger. Wochenlang hatten Investoren darauf gewartet, wie sich Gagfah zur Wehr setzen wird. Die Stadt Dresden hat die börsennotierte Wohnungsgesellschaft Ende März wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Mieterschutzklauseln auf über eine Milliarde Euro verklagt. In einer Vielzahl von Fällen sei beim Weiterverkauf von Wohnungen die Sozialcharta verletzt worden, die Unternehmen und Stadt 2006 bei der Privatisierung von mehr als 45.000 Wohnungen zum Schutz der Mieter vereinbart hätten, hieß es zur Begründung. Das Unternehmen, das mehrheitlich dem US-Finanzinvestor Fortress gehört, hatte die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Die juristische Antwort stand allerdings noch aus.

Analysten hatten die Gagfah-Aktie zuletzt recht positiv bewertet. Von zehn in den vergangenen vier Wochen vom Brancheninformationsdienst Bloomberg befragten Experten, empfehlen sechs die Aktie zum Kauf. Jeweils zwei Banken urteilen "Halten" oder "Verkaufen". Am optimistischsten sind die Analysten von Silvia Quandt Research mit einem Kursziel von zehn Euro. Besonders pessimistisch sind die Experten vom Bankhaus Metzler mit einem Kursziel von nur 4,60 Euro.

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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