Kleinanleger
Kopieren und Investieren

Handeln wie die Insider - seit 2002 ist dies auch für deutsche Kleinanleger möglich. Die einfachste Methode ist das Insider-Barometer des Handelsblatts.
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HB DÜSSELDORF. Unternehmenslenker erhöhen ihre Beteiligung am eigenen Unternehmen, ehe die Kurse steigen, und stoßen ab, ehe sie fallen.

Einfaches Renditemodell Der Kleinanleger macht schlicht das nach, was Vorstände, Aufsichtsräte oder deren enge Familienangehörige bei ihren privaten Aktien- und Derivategeschäften vormachen. Damit kann er mehr Rendite erzielen als mit vielen deutlich komplizierteren Anlagestilen. Das beweisen wissenschaftliche Untersuchungen seit den 60er-Jahren.

Klare Signale Bahnbrechend in dieser Frage war die Studie "The Information Content of Aggregate Insider Trading" von Professor Nejat Sehun (Foto) von der Universität von Michigan. Sehun hatte rund 60 000 Insidertransaktionen von 1975 und 1981 untersucht und dabei zum einen den Zusammenhang zwischen diesen Transaktionen und entsprechenden Kursreaktionen hergestellt. Zusammengefasst lässt sich wissenschaftlich beweisen, dass Unternehmenslenker ihre Beteiligung am eigenen Unternehmen erhöhen, ehe die Kurse steigen und abstoßen, ehe sie fallen.

Lukrative Rückschlüsse Insider können Über- oder Unterbewertungen vor dem Markt bewerten. Dabei wägen die Firmeninsider sowohl unternehmensspezifische als auch konjunkturelle Faktoren ab. Außerdem stellte Sehun den Zusammenhang her, wie Privatanleger von den öffentlich zugänglichen Informationen über Insider-Transaktionen künftige Marktentwicklungen ableiten können. Das Praktische: Bis zu zwei Monaten danach können Anleger daraus Rückschlüsse für ihre Investments ziehen.

Insider-Barometer  In Deutschland können sich Anleger erst seit rund vier Jahren an den Vorgaben der Insider orientieren. Derzeit müssen diese ihre Transaktionen innerhalb von fünf Werktagen offen legen. In der Praxis war eine Auswertung der entsprechenden Zahlen jedoch bislang stets mühsam. Nun haben Anleger es einfacher: Das Insider-Barometer, das das Handelsblatt künftig in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Asset Management (FIFAM) der RWTH Aachen und Commerzbank Private Banking alle zwei Wochen jeweils montags veröffentlicht, zeigt einen generellen Trend zu Insiderkäufen oder-verkäufen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die allgemeine Marktentwicklung ziehen.

Handlungsgrundlagen  Das Insider-Barometer zeigt aber auch die größten Käufe- und Verkäufe der letzten Zeit aus Dax, MDax, TecDax und SDax. Daneben werden Manager vorgestellt, die zuletzt die höchsten Gewinne gemacht haben.scc

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