Konkurrenten sind Familienunternehmen
Helma Eigenheimbau geht an die Börse

Der Massivbauspezialist Helma Eigenheimbau AG, Isernhagen, geht am 14. September an die Frankfurter Börse. Angestrebt wird eine Notierung im Entry Standard. 780 000 Aktien plus einer Mehrzuteilungsoption von 90 000 Aktien werden zum Kauf angeboten, teilte Helma mit.

DÜSSELDORF. Das Bookbuilding dauert vom 5. bis 12. September. Die Preisspanne beträgt 24 bis 27 Euro. Der Platzierungserlös dürfte zwischen 18,7 Mill. und 23,5 Mill. Euro liegen.

Die Bauwirtschaft in Deutschland hat Morgenluft gewittert. Das Ende der Baukrise scheint erstmals in Sicht und lockt bereits die ersten Unternehmen an die Börse. Seit Mitte des vergangenen Jahres steigt der Auftragseingang der Branche an. Bauverbände rechnen zum ersten Mal seit 1999 mit einem Umsatzplus.

Helma ist nicht das einzige mittelständische Bauunternehmen, das die Gunst der Stunde nutzen möchte. Mit dem Spezialisten für Einkaufszentren GWB Immobilien AG, Siek bei Hamburg, steht bereits der nächste Börsenkandidat fest. GWB will im Herbst an den Geregelten Markt. Nach einem Umsatz von knapp zehn Mill. Europeilt GWB in diesem Jahr 44 Mill. Euro an. Das Ergebnis vor Steuern soll sich auf 2,1 Mill. Euro knapp verdreifachen. Im nächsten Jahr folgt mit der österreichischen Strabag SE ein Großer der Bauindustrie aufs Parkett.

Nach dem Börsengang soll der Streubesitz von Helma bei 30 Prozent liegen, sagte Helma-Chef und Alleinaktionär Karl-Heinz Maerzke. Die Gesellschaft habe sich zu einer Lock-up-Periode von sechs, Maerzke zu einer Haltefrist von 15 Monaten verpflichtet. Der 1980 gegründete Baudienstleister beschäftigt über 160 Mitarbeiter und erzielte 2005 einen Umsatz von 33 Mill. Euro bei einem operativen Gewinn (Ebit) von 0,6 Mill. Euro. Verkauft wurden 412 Häuser. Der Großteil des Emissionserlöses wird laut Finanzvorstand Torsten Rieger in den Vertrieb gesteckt, in Musterhäuser in den noch nicht abgedeckten Ländern Bayern und Baden-Württemberg.

Bei einem rückläufigen Baumarkt entwickele sich der Markt für Ein- und Zweifamilienhäuser weiter stabil, sagte Rieger. Hoffnungen setzt Helma in die europaweit vergleichsweise niedrige Eigentumsquote in Deutschland. Die Konsolidierung in der Branche wird laut Rieger noch einige Jahre weitergehen, der Markt sei stark fragmentiert. 80 Prozent der Aufträge würden von kleineren, lokal tätigen Unternehmen erledigt, denen die Kapitalkraft fehle. Selbst große Wettbewerber wie die Familienunternehmen Heinz von Heiden (2005: 435 Mill. Euro Umsatz), Town&Country (310) oder Viebrockhaus (203) halten nicht mehr als drei Prozent Marktanteil.

Die Konkurrenz beurteilt den Börsengang skeptisch. „Helma ist gerade einmal so groß wie unser größter Franchisepartner in Berlin“, sagte Town & Country-Chef Jürgen Dawo. Helma sei nur ein regionaler Wettbewerber. Das Franchiseunternehmen Town & Country steigerte im ersten Halbjahr den Umsatz um 30 Prozent auf 124 Mill. Euro und verkaufte über bundesweit 250 Partner 943 Häuser. 2005 waren es laut Dawo 2 430. Langfristig will Dawo mit 5 000 verkauften Häusern im Jahr vor Heinz von Heiden (3 811) und Viebrockhaus (1 810) die Nummer eins im Markt für Massivhäuser werden. Einen Gang an die Börse schließt er aus. „Wir wollen ein unabhängiges Familienunternehmen bleiben“, sagte Dawo.

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