Konsortialbanken bereiten angeblich Notfallplan vor
Niedrigerer Postbank-Preis gefordert

Die überwältigende Mehrheit bewertet nach einer Umfrage von Handelsblatt.com die Preisspanne für den geplanten Postbank-Börsengang als zu hoch. Über 90 % der Befragten fanden das Angebot aufgrund des Preises unattraktiv. Und auch die Konsortialbanken drängen nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen auf einen niedrigeren Preis für die Aktien der Deutschen-Post-Tochter.

HB FRANKFURT. Zugleich bereiteten die Konsortialbanken einen Notfallplan vor, falls die Nachfrage nach Postbank-Aktien nicht ausreichen sollte, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Finanzkreisen. Alle Optionen seien noch offen. Beispielsweise könnten weniger als die geplanten knapp 50 % der Postbank an den Markt gebracht werden, hieß es.

Umfrage: Die Aktie der Postbank wird zur Zeichnung angeboten. Wie bewerten Sie das Angebot?

Damit reagieren die Konsortialbanken auf die Kritik institutioneller Anleger, die von der Post und den Banken für die fast 82 Mill. angebotenen Aktien festgelegte Preisspanne von 31,50 bis 36,50 € je Anteilsschein sei viel zu hoch. Fondsmanager hatten immer wieder betont, der Preis dürfe nicht mehr als 30 € betragen. Sie hatten auch angekündigt, bei einem Preis von mehr als 30 € viel weniger Aktien zu zeichnen als ursprünglich geplant.

Die Konsortialbanken der Postbank richten indes ihre Hoffnung auf eine stärkere Nachfrage in den letzten Tagen der Zeichnungsfrist Ende dieser Woche, um nicht auf „kreative“ Optionen zurückgreifen zu müssen. „Es ist offenkundig, dass bei jedem Börsengang in den vergangenen sechs Monaten das Momentum, der große Schwung an Orders, erst in den letzten beiden Tagen in die Bücher kam“, sagte ein Banker. „Das ist die Natur des Marktes im Moment.“ Für den Fall, dass die Nachfrage ausbleibe, sei aber auch schon der Zeitplan des Börsengangs diskutiert worden, ergänzte er.

Am Sonntag soll der Ausgabepreis für die Postbank-Aktien bekannt gegeben werden, bevor das Papier der größten deutschen Filialbank dann am kommenden Montag erstmals an der Börse gehandelt werden soll. Im Grauhandel beim Broker Lang & Schwarz fielen die Aktien der Postbank am Mittwoch unter 31,50 €. „Da spekulieren offenbar einige Anleger auf eine Senkung der Preisspanne“, erläuterte ein Händler.

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