Konsumforscher
GfK glänzt in der Solorolle

Nach dem geplatzten Deal zwischen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) und dem britischen Konkurrenten Taylor Nelson Sofres (TNS) wollen sich die Nürnberger Marktforscher nun in Ruhe auf dem Markt umsehen. Ein Gutes hat der Verzicht auf eine Übernahmeschlacht aber dennoch.

FRANKFURT. Klaus Wübbenhorst hat ausgeträumt. Eigentlich wollte der Chef der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) den britischen Konkurrenten Taylor Nelson Sofres (TNS) übernehmen. Ein Marktforschungs-Gigant wäre entstanden, der zweitgrößte der Welt nach AC Nielsen aus den USA. Seit Ende August ist der Traum Geschichte. Wübbenhorst hatte sich nicht mit Investoren einigen können, der Deal platzte, die Nürnberger Marktforscher bleiben unter sich - vorerst zumindest.

Dem Aktienkurs von GfK hat das aber nicht geschadet, im Gegenteil. Seit bekannt wurde, dass die Übernahme nicht klappen würde, hat der Kurs gut zehn Prozent zugelegt. Gestern notierten die Papiere bei rund 25,50 Euro. Seit Juli, als die Aktien kurz unter die 20-Euro-Marke gerutscht waren, hat sich der Kurs damit deutlich erholt.

Die GfK hätte viel Geld auf den Tisch legen müssen, um das Konkurrenzangebot des britischen Werbekonzerns WPP für TNS zu überbieten, sagt Sonia Rabussier, Analystin bei Sal. Oppenheim. WPP bietet umgerechnet 1,4 Mrd. Euro für den Konkurrenten. Die GfK habe auch allein gute Chancen, sich am Markt zu behaupten und weiter zu wachsen, sagt Rabussier. Sal. Oppenheim hat deswegen das Kursziel auf 29 Euro angehoben und empfiehlt Anlegern, die Aktie zu kaufen. Auch Unicredit und LBBW haben beim Kursziel für GfK noch etwas draufgepackt.

Viel wird mittelfristig davon abhängen, ob es der GfK tatsächlich gelingt, sich gegen die großen Konkurrenten zu behaupten. Mit der TNS-Übernahme wollte Wübbenhorst die Märkte in Lateinamerika, im Pazifikraum und insbesondere in Asien erschließen. Dort ist die GfK schwach, TNS dagegen stark. Jetzt müssen die Nürnberger auf eigene Faust in Fernost expandieren; Zweifel bleiben, auch beim Chef. "Vor größeren Zukäufen schrecken wir nicht grundsätzlich zurück", sagte Wübbenhorst. "Wir schauen uns den Markt jetzt erst einmal in aller Ruhe an". Nur: allzu viele Optionen hat er nicht mehr. Einerseits sei es gut, dass sich die GfK nicht auf eine teure Übernahmeschlacht eingelassen hat, sagt Iris Schäfer, Analystin bei der LBBW. "Andererseits fällt das Unternehmen damit im Kampf um Marktanteile zurück."

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