Konsumgüter-Aktien
Überraschende Kauflust treibt die Kurse

Schauen sie nur oder kaufen sie tatsächlich? Diese Frage zum Konsumverhalten der Deutschen ist seit kurzem geklärt. Sie kaufen, und zwar viel und überall auf der Welt. Der Kaufrausch ist für die Börse ein völlig unerwarteter Kurstreiber und macht Schluss mit den Zeiten, in denen Konsumgüter-Aktien als langweilig galten.
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FRANKFURT. Schauen sie nur oder kaufen sie tatsächlich? Diese Frage zum Konsumverhalten der Deutschen ist seit kurzem geklärt. Sie kaufen, und zwar viel. Besonders Bekleidung, Möbel und Drogerieartikel sorgten zuletzt dafür, dass die Nürnberger Konsumforscher von der GfK das höchste Ergebnis seit Mai 2008 für ihr Konsumklima-Barometer ermittelt haben. Damals war auch schon Finanzkrise, Lehman Brothers jedoch noch nicht pleite.

Für die Börse ist der Konsum, der lange guten Gewissens vernachlässigt werden konnte, ein völlig unerwarteter Kurstreiber. Die Deutschen, die sonst beim ersten Anzeichen von Gegenwind ihr Geld zusammen hielten, kaufen ein. Und weil dies mit Ausnahme der USA nahezu überall auf der Erdkugel der Fall ist, stehen plötzlich all die im Mittelpunkt, die direkt an den Endkunden verkaufen. Schon jetzt ist mit Vorfreude die Rede vom besten Weihnachtsgeschäft seit Jahren, das bald beginnen dürfte.

Hinzu kommt ein geradezu idealer Mix für die Börse. Die Stimmung dort ist nämlich im Vergleich zu der in den Geschäften deutlich zurückhaltender. Der Market-Sentiment-Index, den die Experten von BNP Paribas berechnen und der die Anlegerlaune in der Spanne zwischen Gier und Panik beleuchtet, zeigt seit Juli nur eine leichte Besserung. Derzeit zeigt der Index keine klare Richtung, nachdem er vorher klar Angst signalisiert hat. Für die BNP-Experten ist die Stimmungsumfrage stets ein Kontraindikator: Ist die Stimmung schlecht, ist das ein gutes Zeichen für Aktien und umgekehrt. Weil im Moment noch kein Überschwang zu erkennen ist, deuten sie das in Kombination mit dem erstarkten privaten Konsum als Zeichen für einen anhaltenden Aufschwung.

"Wir suchen deshalb nach Aktien, bei denen unserer Meinung nach die Schätzungen unserer Wettbewerber zu pessimistisch sind", sagt Lars Kreckel. Der Schweizer Luxusgüter-Konzern Richemont, der so bekannte Marken wie die Uhrenmanufakturen A. Lange & Söhne, Piaget oder Jaeger le Coultre, die Bekleidung von Chloe oder die Füller von Montblanc im Portfolio hat, gehört beispielsweise dazu. Seit August zieht der Kurs bereits an, ebenso wie bei anderen Luxusgüter-Produzenten wie LVMH oder Hugo Boss.

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Kommentare zu " Konsumgüter-Aktien: Überraschende Kauflust treibt die Kurse"

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  • es ist verständlich

    aber trotzdem zum verzweifeln.

    keine wie auch immer gearteten "innovationen" am derzeitigen finanz(zins)system werden eine lösung bringen. ein exponentiales system (geld) in einem geschlossenen system (erde mit ihren ressourcen) führt schon rein mathematisch ZWiNGEND zum kollaps. genauso zwingend ist die zunehmende konzentration aller ressourcen bis zum exzess (monopol), da der "stärkere" zwangsläufig nur dann überlebt, wenn der schwächere vernichtet wird. wie lange sich die spirale noch weiter drehen lässt, wie viele nullen sich noch "erzeugen" lassen weiss niemand. die logische konsequenz dieses systems ist - der letzte macht das licht aus - der parasit muss auch seinen letzten wirt fressen.

    http://commonman.de/wp/?page_id=1736

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