Konzern muss Umbau meistern: Analysten sind bei Tui skeptisch

Konzern muss Umbau meistern
Analysten sind bei Tui skeptisch

Urlaub kann Tui-Chef Michael Frenzel momentan wohl nicht machen. Zuviel muss im Reise- und Schifffahrtskonzern in den nächsten Monaten in Angriff genommen werden.

FRANKFURT. Die Schifffahrtssparte leidet unter den niedrigen Frachtraten, das Touristiksegment steht vor einem Umbau. Zudem ist Thomas Cook nach der Übernahme von My Travel dem Konkurrenten Tui immer dichter auf den Fersen. Die meisten Banken sind von der Tui-Aktie daher nicht überzeugt. Fast zwei Drittel der beim Informationsdienst Bloomberg gelisteten Analysten empfehlen den Verkauf.

Das Zwei-Säulen–Modell des Konzerns steht schon länger in der Kritik. Vehement drängen Investoren auf einen Verkauf der Schifffahrtstochter. „Es ist jedoch unsinnig, einen Teil des Konzerns zu verkaufen, wenn der Preis dafür gerade niedrig ist“, sagt Christian Obst, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank (HVB). Solange Frenzel Vorstandschef sei, werde auch das Zwei-Säulen-Modell bestehen bleiben, meint auch Oliver Caspari vom Bankhaus Lampe. Und Frenzel sei momentan nicht gefährdet, ergänzt er.

Zur Schifffahrtssparte gehört die Tui-Tochter Hapag-Lloyd und die Ende 2005 übernommene Reederei CP Ships. Die Integration von CP sei sehr gut umgesetzt worden und hätte höhere Ergebnisse gebracht als erwartet, sagt Obst. Die niedrigen Frachtraten vermiesten allerdings das Geschäft. In Asien stiegen sie allerdings bereits wieder. Tui müsse daher nur abwarten, bis die Frachtraten auch hier zu Lande wieder anziehen, betont Obst.

Als weitaus problematischer gilt die zweite Säule, die Touristiksparte des Konzerns. Das Tourismusgeschäft steht unter starkem Margendruck. Tui hat angekündigt, die Fluggesellschaften Hapagfly und HLX zusammenzuführen. Sie sollen künftig unter dem Namen Tuifly fliegen. Die Strategie, den Ferienflieger und den Billiganbieter unter einem neuen Namen zu vereinen, stößt bei Analyst Caspari auf Unverständnis. Auch die großen Reiseveranstalter sehen dies nicht unbedingt positiv. So hat der viertgrößte deutsche Reiseveranstalter Alltours angekündigt, dass seine Kunden nicht mit einer Airline fliegen könnten, die den Namen des Wettbewerbers trage. Das sei ein Rückschlag für Tui gewesen, sagt Caspari, der aktuell empfiehlt, die Aktie zu verkaufen.

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