Konzerne profitieren von guter Inlandskonjunktur und niedrigen Produktionskosten
Analysten sehen für Stahlaktien aus Brasilien Kurspotenzial

Die Aktien brasilianischer Stahlkonzerne könnten bis zum Jahresende zu den großen Gewinnern der Börse in São Paulo werden. Die meisten Analysten erwarten im zweiten Halbjahr hohe Kurssteigerungen für die Branche. Denn die Unternehmen werden ihre Umsätze und Gewinne weiter steigern.

SAO PAULO. Zwar dürfen die Stahlkonzerne in den kommenden Monaten nicht mehr die Preis- und Nachfragezuwächse des ersten Halbjahres erwarten. Doch die brasilianische Konjunkturerholung wird in den nächsten Monaten die Bauwirtschaft, die PKW-Branche und die Investitionen der Energiekonzerne beleben. So rechnet das brasilianische Stahlinstitut IBS für 2004 mit rückläufigen Exporten, aber steigenden inländischen Verkäufen, die den Umsatz der Branche im Amazonasstaat gegenüber 2003 um knapp acht Prozent steigern sollen.

Zu Gute kommt den Konzernen dabei, dass sie auch in der Heimat Weltmarktpreise durchsetzen können – sehr zum Ärger ihrer Kunden, wie etwa der Autobauer, die regelmäßig niedrigere Preise fordern. Doch das nützt wenig, denn die Preise werden noch eine Weile hoch bleiben, erwartet Peter Marcus von World Steel Dynamics (WSD), einem nordamerikanischen Forschungsinstitut. Die nun stabile Nachfrage nach Stahlprodukten aus China würde durch die anziehende Konjunktur in Europa und den USA auf hohem Niveau ausgeglichen. „Ich bin auch für 2005 zuversichtlich“, sagt Marcus.

Unter den 33 größten Stahlschmelzen weltweit hat sich der Gewinnanteil pro Tonne Stahl in zwei Jahren von 58 Dollar je Tonne auf jetzt 107 Dollar fast verdoppelt. Die brasilianischen Konzerne erzielen noch viel höhere Erlöse, da sie dank niedriger Kosten weltweit zu den wettbewerbsfähigsten der Branche gehören. So verdient die Companhia Siderúrgica Nacional (CSN) 221 Dollar an jeder Tonne Stahl. Thyssen-Krupp, das effizienteste Unternehmen Westeuropas, dagegen erzielt nach WSD-Angaben pro Tonne nur einen Gewinn von 96 Dollar. Nach einer Umfrage des Finanzdienstleisters Thomson Financial erwarten die meisten Analysten zudem, dass CSN unter 13 lateinamerikanischen Aktien die höchste Dividende ausschütten wird.

Der Stahlriese Usiminas dagegen dürfte den höchsten Gewinn der Branche einstreichen, ist das weitere Ergebnis der Umfrage. Der Marktführer liefert 60 Prozent der Stahlprodukte für die Autobranche in Brasilien. „Der Konzern profitiert direkt von jeder weitere Besserung der Nachfrage der Automobilindustrie“, sagt Fábio Zagatti von HSBC Research.

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