Konzernmutter muss bis heute Abend über mögliche Anpassung der Konditionen entscheiden
Börsengang der Postbank vor Entscheidung

Bereits zwei Tage vor Ende der Zeichnungsfrist wird eine wichtige Vorentscheidung im Pokerspiel um den Börsengang der Postbank fallen. Bis heute Abend müssen die Verantwortlichen entscheiden, ob sie die milliardenschwere Emission zu den aktuellen Konditionen durchziehen wollen oder ob sie den kritischen Investoren nicht doch noch entgegenkommen wollen. Möglich wäre eine Senkung der Preisspanne oder ein niedrigeres Platzierungsvolumen.

agr/fs/mm/rob FRANKFURT/M. Bislang will die Deutsche Post am 21. Juni 49,9 Prozent der Aktien ihrer Finanztochter in einer Spanne zwischen 31,50 und 36,50 Euro an die Börse bringen. Zahlreiche Großinvestoren hatten diese Preisvorstellungen als überzogen bezeichnet und eine Senkung der Spanne gefordert. Einige an der Emission beteiligte Investmentbanker gehen allerdings davon aus, dass Postchef Klaus Zumwinkel den Börsengang eher absagen wird, als einen niedrigeren Ausgabekurs für die Postbank zu akzeptieren.

Im Emissionsprospekt behält sich die Post ausdrücklich vor, Preisspanne und Zeichnungsfrist zu verändern. Allerdings müsse dies „spätestens am Werktag vor dem letzten Tag der Angebotsfrist“ in einer überregionalen Zeitung veröffentlicht werden. Da die Anleger die Postbank-Aktien noch bis zum Freitag zeichnen können, müsste die entsprechende Änderung am Donnerstag per Anzeige bekannt gemacht werden. Über eine Anpassung der Konditionen müsste die Post demnach noch heute entscheiden.

Die bis zu drei Milliarden Euro schwere Platzierung der Postbank wäre der größte deutsche Börsengang seit mehr als drei Jahren und sollte den Weg für weitere Neuemissionen frei machen. Nach zwei Jahren absoluter Flaute gelang in diesem Jahr erst ein Börsengang von nennenswerter Größe am deutschen Markt. Dagegen mussten bereits drei Kandidaten ihre Börsenpläne mangels Nachfrage absagen.

Dieses Schicksal könnte auch der Postbank drohen: „Für einen Erfolg müssen wir noch hart kämpfen“, sagte gestern ein an der Emission beteiligter Banker. Die Aktien könnten allenfalls für 31,50 Euro am unteren Ende der Preisspanne platziert werden. Ob dieses Minimalziel erreichbar sei, werde sich aber wohl erst an den letzten beiden Tagen der Zeichnungsfrist entscheiden. Andere Banker hatten bereits zuvor von schwacher Nachfrage berichtet.

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