Kritik an Sprachlosigkeit des Unternehmens
Druck auf Air Berlin wächst

Vor allem ausländische Investoren haben mit ihrer Order-Zurückhaltung den geplanten Börsengang von des Billigfliegers Air Berlin zunächst gekippt – und ihre aktuellen Verkaufsorders drücken die Kurse am grauen Markt weiter. Aktionarsschützer kritisieren indes die Sprachlosigkeit des Unternehmens und erwarten für einen neuen Anlauf der Airline eine Senkung der Preisspanne für die Aktie.

HB DÜSSELDORF/BERLIN. Inzwischen sei am Markt von 12 bis 15 Euro die Rede, sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz, am Freitag in Düsseldorf. Bislang lag die Spanne bei 15 bis 17,50 Euro.

Wie Kurz rechnete auch die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) noch im Laufe des Freitags mit der Bekanntgabe einer neuen Spanne. Von Air Berlin war dazu zunächst nichts zu erfahren. Im außerbörslichen Handel schwankte der Aktienpreis am Freitagvormittag zwischen 13 und 14 Euro.

Air Berlin hatte am Vortag überraschend ihren für diesen Freitag geplanten Börsengang auf den 11. Mai verschoben. Die Zeichnungsfrist wurde bis 10. Mai verlängert. Angaben, ob die Preisspanne weiter beibehalten wird, wurden zunächst nicht gemacht. Finanzkreisen zufolge soll sie gesenkt werden. Auch über die Möglichkeit, dass die Altaktionäre weniger Aktien als geplant abgeben, werde beraten, sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter. Bislang bietet die Fluggesellschaft knapp 50 Millionen Aktien zur Zeichnung an.

DSW-Sprecher Kurz sagte, die am Donnerstag um eine Woche verschobene Erstnotierung der Air-Berlin-Aktie sei eine „positive Nachricht“. „Der Markt ist nicht euphorisch, es wird kritisch geguckt.“ Die jüngst von den Konkurrenten Ryanair und Easyjet vorgelegten Zahlen sein „nicht so gut gewesen“, das habe auch Air Berlin geschadet. Das Unternehmen müsse die Situation jetzt schnell in den Griff bekommen, „sonst heißt es Börsengang ade“.

Der Leiter des Aktienhandels bei der Postbank, Ascan Iredi, erläuterte: „Die Aktien sind nur attraktiv, wenn sie einigermaßen günstig sind, immerhin kauft sich der Anleger ein nennenswertes Risiko ein.“ Das Papier wird von Fachleuten unter anderem wegen des Wettbewerbsdrucks in der Branche und steigender Kerosinpreise als risikoreich eingestuft. Stephan Thomas von der Fondsgesellschaft Frankfurt Trust sagte: „Ein Preis um die 12 Euro könnte attraktiver sein.“

Iredi zufolge hatten institutionelle Anleger kurz vor dem Börsengang die Aktie im außerbörslichen Handel am Grauen Markt unter Druck gesetzt. „Die Gerüchte um eine Verschiebung sind absichtlich früh gestreut worden“, sagte der Börsenexperte. Ob der Börsengang ein Erfolg wird, ist nach Ansicht Iredis weniger eine Frage des ersten Kurses sondern der nachhaltigen Entwicklung. Das Unternehmen brauche für seine Wachstumspläne langfristig orientierte Investoren.

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