K+S im Fokus: Die ominöse 300-Dollar-Grenze

K+S im Fokus
Die ominöse 300-Dollar-Grenze

Der weltgrößte Kali-Produzent Uralkali hat sich mit einem chinesischen Abnehmer auf eine große Kali-Lieferung geeinigt. Der Preis: 305 Dollar je Tonne. Für K+S ist dieser Preis zu niedrig. Die Aktie gibt nach.
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DüsseldorfK+S hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Sinkende Kali-Preise sorgten zunächst einen langsamen Kursverfall an den Aktienmärkten. Bis zur Jahresmitte 2013 fiel der K+S-Kurs von 32 auf knapp 26 Euro. Und es sollte noch schlimmer kommen.

Ende Juli 2013 kündigte Uralkali-Chef Vladislaw Baumgertner an, das Kali-Kartell – bestehend aus der Vertriebsgemeinschaft Belarus Potash Company (BPC) und Vertriebsorganisation Canadian Potash Exporters – zu verlassen. Außerdem sagte Baumgertner voraus, dass der Kali-Preis auf einem Niveau von etwas 300 Dollar je Tonne fallen werde – zu niedrig für K+S, um profitabel zu sein, so die Meinung vieler Aktienmarktexperten.

Was danach folgte, sieht man nicht alle Tage an den Börsen. Der Kurs des Kasseler Unternehmens rauschte innerhalb weniger Wochen um mehr als 40 Prozent ins Minus. Das absolute Tief erreichte die Aktie bei einem Stand von 15,02 Euro.

Die vielfach zitierte 300-Dollar-Grenze ließ die Vorstandsetage bei K+S erzittern. Schon bei einem Preis von 400 Dollar, so die Experten, hätte K+S erhebliche Schwierigkeiten profitabel zu wirtschaften.

In der Folge überschlugen sich die Ereignisse. Die K+S-Konkurrenten Potash und Agrium mussten ebenfalls Kursverluste hinnehmen und zwischen Russland und dem Bruderstaat Weißrussland verschärfte sich der Ton. Der vorläufige Höhepunkt: Die Verhaftung des Uralkali-Chefs durch weißrussische Behörden. Danach beruhigten sich die Verhältnisse wieder ein wenig.

Doch nun scheint die ominöse 300-Dollar-Grenze wieder zurückzukehren. Am Montag einigte sich Uralkali mit der chinesischen Agrochemiefirma CNAMPGC auf eine Lieferung von 700.000 Tonen Kali zu einem Tonnenpreis von 305 Dollar. Das entspricht einem Preisrückgang von 24 Prozent. Noch im ersten Halbjahr 2013 hatte der Konzern das Mineral an chinesische Kunden zum Preis von 400 Dollar die Tonne ausgeliefert.

Da China der weltgrößte Verbraucher von Kali ist, gelten die in den Lieferverträgen erzielten Preise als Richtschnur für die Branche. Und das sorgte am Dienstag bei K+S wieder für Verluste. Zwischenzeitlich gab der Kurs knapp zwei Prozent nach. Zuletzt notierte die Aktie bei einem Kurs von 24,23 Euro.

Die Reaktionen auf den Deal fallen gemischt aus. „Ich bin mir nicht sicher, ob dass eine gute oder eine schlechte Nachricht ist, weil sich der vereinbarte Preis nicht sehr stark von den derzeit realen Preisen unterscheidet“, erklärte ein langjähriger Kali-Experte, „sicher ist, dass es eine Benchmark sein wird, die eine gewisse Dynamik entfachen könnte.“

Ob dies der Fall sein wird, werden die kommenden Wochen zeigen müssen. Denn dann enden auch die meisten Verträge der Kali-Produzenten mit dem anderen großen Kali-Nachfrager Indien. Experten rechnen mit einem ähnlichen Preis, plus, minus 15 Dollar.

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  • Obwohl sie natürlich nichts an den Fundamentaldaten von K+S ändert, könnte m.E. auch die Pro7-Platzierung einen Anlass zu den Verkäufen der letzten Tage gegeben haben (mit Blick auf einen möglichen DAX-Exit im September, der in den kommenden Monaten auf dem Kurs lasten könnte).

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