Küchenspezialist gilt bei Analysten als gut, aber teuer: Bei Rational-Aktie überwiegen die Risiken

Küchenspezialist gilt bei Analysten als gut, aber teuer
Bei Rational-Aktie überwiegen die Risiken

Wer bei Hypo-Vereinsbank-Analyst Peter-Thilo Hasler Begeisterung entfachen möchte, muss nach der Rational AG fragen. „Das ist wahrscheinlich das beste Unternehmen, das wir in Deutschland haben“, sagt er dann.

HB DÜSSELDORF. Nicht nur, dass der Hersteller von Gargeräten aus Landsberg am Lech Weltmarkt-, Qualitäts-, Preis- und Technologieführer sei, nein: „Ich habe den besten Schweinsbraten meines Lebens bei Rational in der Kantine gegessen“, lobt Hasler die Produkte des Garküchen-Ausstatters. Doch wie steht es um die Aktie?

In den ersten Wochen des Jahres setzte sich die Rally des im SDax gelisteten Papiers fort. Von unter 70 Euro stieg der Kurs zeitweise auf ein Allzeithoch bei über 85 Euro. Dazu haben auch neue Rekordzahlen von Anfang Januar beigetragen. Rational erwartet für 2004 nun ein Umsatzwachstum von 19 Prozent auf 221,8 Mill. Euro und ein Vorsteuerergebnis (Ebit) von 53,6 Mill. Euro, also 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit würde Rational seine älteren Prognosen deutlich übertreffen. Analysten sehen für die guten Zahlen eine Hauptursache: Umsätze und Margen werden angetrieben von einem neuen Produkt, einem Dampfgarer für die Gastronomie, der fast vollautomatisch arbeitet. Rational sieht gute Chancen in Asien sowie den USA, wo es mittelfristig eine eigene Produktion aufbauen will. Der Weltmarktanteil der Firma liegt nach eigenen Angaben bereits bei 51 Prozent, wichtigster Markt ist Europa.

„Rational ist jetzt sehr gut aufgestellt und hat exzellente Gewinnmargen. Die Frage ist jetzt, wie groß die Spielräume für eine weitere Ausdehnung sind“, sagt Harald Rehmet von der Landesbank Baden-Württemberg. Er erwartet ab dem zweiten Quartal 2005 ein etwas geringeres Gewinnwachstum. „Die guten Nachrichten liegen auf dem Tisch. Jetzt sind wir bei Kursen angelangt, die sehr teuer sind“, sagt er. Daher werde sich der Kurs zunächst im Bereich von 70 Euro normalisieren. Die Aktie sei jetzt anfällig für kurzfristige Gewinnmitnahmen, warnt auch HSBC Trinkaus in einer Analyse. Risiko für die Anleger: die relativ geringe Liquidität der Aktie. Nur knapp 28 Prozent sind frei handelbar. Weil somit nur wenige Anleger Aktien halten, können wenige Verkäufer zusammen rasch eine größere Kurskorrektur auslösen. Anhand der technischen Analyse der Kursverläufe sieht Rehmet noch keinen Bruch im Aufwärtstrend. Daher könnte es sinnvoll sein, die Aktie zumindest noch bis zur Bekanntgabe der Dividendenzahlung im März zu behalten. Vorstandschef Günter Blaschke hat eine Sonderdividende angekündigt. Diese könnte noch einmal positiv auf den Kurs wirken.

Für mittel- und langfristig orientierte Anleger bleibt die Aktie hoch interessant. Rational behauptet, erst 20 Prozent der potenziellen Kunden seien mit seiner Technologie ausgerüstet. „Wir meinen, dass die langfristige Wachstums-Story von Rational intakt bleibt“, heißt es auch in der Trinkaus-Analyse. Vor allem der Aufbau der Produktion in den USA könne die Wachstumsphantasien wieder beflügeln. Wie die meisten Analysten stuft das Bankhaus die Rational-Aktie auf „Halten“ ein. Peter-Thilo Hasler empfiehlt die Aktie hingegen weiterhin uneingeschränkt zum Kauf. „Jeder, der das Papier bislang verkauft hat, hat einen Fehler gemacht. Die Aktie ist zwar teuer, aber gut“, sagt er.

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