Kurs fast verdreifacht
Alibaba verzaubert die Börse

Die chinesische Internet-Handelsplattform Alibaba ist am Dienstag wie erwartet mit einem starken Gewinnzuwachs bei ihrem Börsendebüt in Hongkong gestartet. Die Aktie verdreifachte sich nahezu am ersten Handelstag. Das erst 1999 gegründete Unternehmen sammelte 1,49 Mrd. Dollar ein und gehört damit nach dem Börsenwert zu den fünf größten Internetunternehmen weltweit.

PEKING/HONGKONG. Allerdings konnte der weltweit größte Internet-Börsengang des US-Rivalen Google nicht übetrumpft werden. Darauf hatten einige Analysten spekuliert. Google hatte im Jahr 2004 bei seinem Debut 1,65 Mrd. Dollar eingenommen. Chinas neue Internet-Aktien gehören dennoch zu den großen Gewinnern am Aktienmarkt. Der Anbieter Baidu.com, der seit August 2005 an der Nasdaq gelistet ist, hat seinen damaligen Ausgabekurs (27 Dollar) um rund 1500 Prozent gesteigert. In New York sind zudem schon die chinesischen Internetfirmen Sina.com, Sohu.com und Netease gelistet.

Chinas Anleger hätten ihr Geld in Alibaba-Aktien investiert, da sie einen nun auf ähnlichen Zuwachs Baidu erhoffen, meint Wong Chi-man, Analyst von China Everbright Securiteis. Baidu.com ist die führende chinesische Suchmaschine und gehört zu den vier meistbesuchten Webseiten der Welt. Zu Alibaba gehört unter anderem auch die Suchmaschine Yahoo-China.

Obwohl viele Experten den Kurs von Alibaba bereits nach dem ersten Börsentag als „deutlich überzeichnet“ bewerten, ist Analyst Wong zuversichtlich: „Der Aktienkurs von Alibaba.com dürfte sich langfristig positiv entwickeln.“ Die Alibaba-Aktie war vor dem Börsendebut bereits vielfach überzeichnet.

Die Investoren störte auch nicht, dass der Ausgabepreis mit dem 106fachen der Gewinnprognose für 2007 bewertet worden war. Auf dem chinesischen Festland gehandelte Aktien gehören mittlerweile zu den teuersten Papieren weltweit. Erst am Vortag war der Ölkonzern petrochina zum nach Börsenwert teuersten Unternehmen der Welt aufgestiegen.

Der als „Bill Gates von China” gefeierte Firmengründer Jack Ma gilt als Internet-Ikone der Volksrepublik, dem noch weitere Expansionen zugetraut werden. Alibaba.com wird von kleinen und mittelständischen Unternehmen genutzt, die darüber ihre Produkte vermarkten und Kontakte knüpfen. Der Anbieter hat bereits rund 25 Millionen Kunden. China ist mit mehr als 180 Millionen Nutzern der weltweit zweitgrößte Internetmarkt nach den USA.

Rund 60 Prozent der Einnahmen aus dem Alibaba-Börsengang sollen für Zukäufe und die Weiterentwicklung der eigenen Internetplattform verwendet werden. Im ersten Halbjahr steigerte die Firma ihren Umsatz um 61 Prozent auf 958 Mill. Yuan (88,5 Mio. Euro) und konnte ihren Gewinn fast auf 295 Mill Yuan (27,5 Mio Euro) verfünffachen.

An der Muttergesellschaft Alibaba Group hält der US-Internetkonzern Yahoo 39 Prozent, der nun auch bei Alibaba.com direkt eingestiegen ist und sich einen Anteil von rund 10 Prozent gesichert hat. Auch der Netzwerkausrüster Cisco Systems und andere Firmen – etwa die taiwanesische Firma Hon Hai Precision Industry – wurden Großaktionäre bei Alibaba-com.

Alibaba verkaufte 858,9 Millionen Aktien und brachte damit 17 Prozent seines erweiterten Aktienkapitals an die Börse. Der Aktienkurs kletterte bis auf 39,50 Honkong-Dollar, der Ausgabekurs betrug 13,50 Hongkong-Dollar. Begleitet wurde der Börsengang durch die Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley.

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