Kurse leiden unter dem hohen Ölpreis
Aktien der europäischen Airlines gelten als günstig, aber riskant

Anleger, die auf eine weitere Erholung der europäischen Luftfahrtwerte gesetzt hatten, sind bitter enttäuscht worden. So gab der Branchenindex in den vergangenen drei Monaten um rund zehn Prozent nach und schnitt damit noch schlechter ab als der ohnehin vor sich hin dümpelnde Stoxx 50. Die Aktien sind damit zwar wieder relativ günstig bewertet, bleiben aber riskant.

HB DÜSSELDORF. Noch im vergangenen Jahr hatten die Papiere der großen europäischen Fluggesellschaften kräftig zugelegt. Allein die Aktie der Lufthansa verbuchte von März 2003 bis März 2004 ein Plus von über 100 Prozent. Denn nachdem die Branche in den Jahren zuvor wegen des Irak-Krieges und der Lungenkrankheit Sars beständig sinkenden Passagierzahlen verzeichnet hatte, nahm das Vertrauen in die Luftfahrt allmählich wieder zu.

Wie labil der Aufschwung allerdings ist, hat sich in den vergangenen Monaten gezeigt. Denn allein der steigende Ölpreis, der auch die Kerosinkosten der Airlines anschwellen lässt, ließ die Aktien erneut absacken; einige Gesellschaften gerieten in Bedrängnis. So hängt mittlerweile nicht nur Alitalia am Tropf der italienischen Regierung. Auch für die Swiss, die im Gegensatz zu vielen Konkurrenten nicht gegen steigende Treibstoffkosten abgesichert ist, ist das Ende als eigenständige Fluggesellschaft in Sicht.

Mit einem Auge sollten Anleger daher immer den Ölpreis im Blick haben. „Sobald der Rohstoffpreis steigt, fallen die Kurse. Gehen sie zurück, winken saftige Renditen“, sagt Uwe Weinreich von der Hypo-Vereinsbank. Die Nervosität an den Rohölmärkten lastet auf den Kursen. Gerade die noch immer unstabile Situation im Nahen Osten könnte jederzeit zu Förderausfällen sorgen und die Kerosinpreise steigen lassen. „Bei Luftfahrtwerten ist der psychologische Effekt nicht zu unterschätzen“, erklärt Branchenexperte Weinreich.

Anleger, die sich von derartigen Prognosen nicht abschrecken lassen, sollten vor allem auf betriebswirtschaftliche Daten achten. Denn durch den zunehmenden Preisdruck und die anhaltenden Überkapazitäten sind die meisten Airlines tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Investmentbank Merrill Lynch empfiehlt daher das Papier von British Airways (BA). Für die Aktie spreche nicht nur die günstige Bewertung. Auch das Kostensenkungsprogramm zeige nun Wirkung.

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