Kurseinbruch nach Umsatzzahlen: Fast 20 Prozent auf Praktiker-Aktien

Kurseinbruch nach Umsatzzahlen
Fast 20 Prozent auf Praktiker-Aktien

"20 Prozent auf alles - außer auf Tiernahrung." Deutschlands bekanntester Werbeslogan gilt heute beinahe auch für die Aktie der Baumarktkette Praktiker. Nach schwachen Umsatzzahlen fiel das Papier in der Spitze um mehr als 17 Prozent zurück. Ein Grund für die Misere: Das Unternehmen nutzte seinen Slogan 2008 deutlich seltener.

FRANKFURT. Für Praktiker-Chef Wolfgang Werner ist die Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr ein großer Erfolg. Immerhin habe man fast das Rekordniveau gehalten, kommentierte Werner das Umsatzminus von einem Prozent auf 3,91 Mrd. Euro. Die Börse sieht das anders: Um gut 17 Prozent rauschte die Aktie der Baumarktkette in der Spitze abwärts. Bei Kursen knapp über sechs Euro ist sie so günstig wie seit Ende November nicht mehr. Der Aufwärtstrend, der das Papier seit Oktober von 4,45 Euro bis über 7,50 getrieben hatte, ist zunächst einmal gebrochen.

Und die Aussichten für Praktiker scheinen wenig rosig. Wegen der Kaufzurückhaltung der Verbraucher in wichtigen Märkten droht auch 2009 sehr schwierig zu werden. Zwar gab es zuletzt Hoffnungsschimmer im Deutschland-Geschäft: Während der Umsatz im Gesamtjahr 2008 hier um fast sieben Prozent absackte, schrumpfte er im Schlussquartal nur noch um 0,7 Prozent. Gleichzeitig gab es aber kräftige Bremsspuren im Ausland: Hier gingen die Umsätze in den letzten drei Monaten 2008 um 7,8 Prozent zurück. Als einen Grund hierfür nannte die Baumarktkette den Verfall der osteuropäischen Währungen.

Für die Schwäche in der Heimat hat Praktiker hingegen eine ganz andere Erklärung: Das für seinen Werbeslogan "20 Prozent auf alles - außer auf Tiernahrung" bekannte Unternehmen gab 2008 deutlich seltener Rabatt. Die Zahl der Tage mit 20-Prozent-Nachlässen sei halbiert worden, erklärte Praktiker.

Dem Gewinn, der erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht wird, soll das zwar gut getan haben. Marktexperten zeigten sich trotzdem enttäuscht von den Zahlen. Das Jahr 2009 dürfte den Konzern vor große Herausforderungen stellen, hieß es unter Händlern.

Die Analysten von JP Morgan behielten ihr Anlageurteil für Praktiker zwar konstant bei "neutral", gleichzeitig senkten sie ihr Kursziel aber von neun Euro auf 6,50 Euro. Die Umsatzzahlen hätten negativ überrascht, hieß es zur Begründung. Auch die Unsicherheit über das Ergebnis 2008 wertet JP Morgan als Belastungsfaktor.

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