Kursfeuerwerk
Fulminantes Börsendebüt von AIG-Tochter in Asien

Dieser Börsengang hat sich für Anleger gelohnt: Die Aktie des asiatischen Versicherers AIA legte zum Debüt im zweistelligen Prozentbereich zu. Der Versicherer AIG kassiert fast 18 Milliarden Dollar.
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HB HONGKONG. Erfolg auf ganzer Linie beim weltweit drittgrößten Börsengang: Die Aktie des asiatischen Versicherers AIA schoss an ihrem ersten Handelstag in Hongkong um 17 Prozent hoch. Aus dem Handel ging sie am Freitag mit 23,05 Hongkong-Dollar. AIA ist die Asiensparte des verstaatlichten US-Versicherungskonzerns AIG, der seine Tochter damit nun endlich loswurde.

Eigentlich hatte AIG die Sparte schon an den Versicherer Prudential verkauft, doch die Briten machten in letzter Sekunde einen Rückzieher. Die Aktionäre meuterten gegen den ihrer Ansicht nach zu hohen Preis. Mit umgerechnet knapp 36 Milliarden US-Dollar wird AIA nun sogar noch etwas höher bewertet als der Verkauf an Prudential eingebracht hätte.

AIG kassierte im ersten Schritt allerdings nur rund 17,8 Milliarden US-Dollar für 58,4 Prozent der AIA-Anteile. Weitere Aktien sollen später an die Börse gebracht werden. Das Geld kommt letztlich dem amerikanischen Steuerzahler zugute, der AIG in der Finanzkrise vor der Pleite bewahrt hatte und seitdem den Konzern praktisch komplett besitzt.

AIG versucht durch Verkäufe von Sparten, die Schulden beim Steuerzahler zu begleichen. Erst vor kurzem trennte sich der Konkurrent der deutschen Allianz für 4,2 Milliarden Dollar in bar von seinen beiden japanischen Lebensversicherungstöchtern AIG Star und AIG Edison. Letztlich will AIG wieder auf eigenen Beinen stehen und dem Staat den Ausstieg ermöglichen. Beide Seiten hatten jüngst einen detaillierten Plan dafür vorgelegt.

AIG hatte sich mit komplizierten Finanzkonstrukten auf dem US-Häusermarkt verspekuliert. Die Regierung in Washington musste den einst weltgrößten Versicherungskonzern daraufhin in der Finanzkrise mit 182 Milliarden US-Dollar vor dem Untergang bewahren und hält nun rund 80 Prozent am Unternehmen.

Einen Teil der Schulden hat AIG inzwischen zurückgezahlt - durch die Spartenverkäufe und durch Einnahmen aus seinem wieder angesprungenen Versicherungsgeschäft. AIG ist immer noch einer der größten Versicherer der Welt. Zuletzt machte das Unternehmen aber vor allem durch die Krebserkrankung seines Chef Robert "Ben" Benmosche Schlagzeilen. Er bleibt bis auf weiteres aber an der

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