Kursgewinne in den letzten Wochen
IPO-Kandidaten rüsten sich

Mit dem Anstieg der Aktienkurse gewinnt auch der Markt für Börsengänge in Deutschland wieder an Fahrt. Sah es vor wenigen Wochen noch so aus, als würde die US-Immobilienkrise zu einem starken Einbruch führen, so wagen sich nun etliche Kandidaten aus der Deckung und sprechen offen über ihr Börsenpläne. Normalität ist dennoch nicht eingekehrt.

FRANKFURT. Bis zur Sommerpause gingen 18 Unternehmen in das deutsche Top-Segment Prime Standard. Mit acht Neuemissionen rechnet Ralf Neuhaus von HSBC Trinkaus & Burkhardt noch bis zum Jahresende. Allein vier Kandidaten haben in den letzten beiden Wochen bereits erste Details genannt.

Normalität ist am deutschen IPO-Markt dennoch nicht eingekehrt. Gewöhnlich beginnt die Saison für Börsengänge im zweiten Halbjahr in der zweiten Septemberhälfte. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Biosprit-Hersteller Crop Energies und BDI Biodiesel zu dieser Zeit den Auftakt gemacht. Diesmal wird es wohl bis zur zweiten Oktoberhälfte dauern, ehe der erste Börsenneuling auf die Erstnotiz anstoßen kann.

Die Rolle des „Eisbrechers“ wird voraussichtlich Centrotherm Photovoltaics übernehmen. (ISIN: DE000A0JMMN2). Das Management des Dienstleisters für Solarzellen-Hersteller ist bereits auf internationaler Investoren-Roadshow. Konsortialführer ist die Citi. Genauere Details wie die Preisspanne, innerhalb der die bis zu 5,365 Mill. Aktien angeboten werden, sowie den weiteren Zeitplan will Centrotherm in den nächsten Tagen nennen. Gerüchten zufolge liegt der Emissionserlös zwischen 150 Mill. und 200 Mill. Euro.

Weitaus bedeutender für die gesamte IPO-Branche ist dagegen der Börsengang der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Der Betreiber des Hamburger Hafens will nach Angaben seines Vorstandschefs Klaus-Dieter Peters bis zu einer Mrd. Euro einnehmen und könnte damit hinter dem Großmotorenbauer Tognum, der zwei Mrd. Euro erlöst hat, zur zweitgrößten Emission in diesem Jahr in Deutschland werden. Am Kapitalmarkt sieht man diese Summe jedoch als Obergrenze einer Spanne von 800 Mill. bis zu einer Mrd. Euro.

Bis zur Erstnotiz dürfte es allerdings noch bis zur ersten Novemberhälfte dauern, erwartet HHLA-Chef Peters. 30 Prozent der Aktien sollen dann an die Börse gebracht werden; der Rest bleibt in den Händen der Stadt Hamburg. Der Hansestadt fließt bis auf 100 Mill. Euro auch der gesamte Emissionserlös zu. „Die Stadt hat sich jedoch festgelegt, dass dieser Betrag komplett in den Ausbau der Infrastruktur am und um den Hafen fließen soll“, sagt Peters.

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