Kursrally
Ölaktien lassen Gewinne sprudeln

Der Ölpreis steigt und steigt – und mit ihm die Aktien der Ölkonzerne. Zuletzt konnten Anleger mit Titeln von Energiemultis wie Chevron oder Exxon satte Kursgewinne einstreichen. Die Rally könnte weitergehen.
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DüsseldorfDer Ölpreis kennt seit Anfang Oktober nur eine Richtung: nach oben. Kostete die US-Sorte WTI vor drei Monaten noch 75 Dollar je Barrel (159 Liter), notiert sie aktuell bei knapp über 100 Dollar – ein Plus von mehr als 30 Prozent. Zuletzt hatten Spekulationen über weitere Sanktionen der USA gegen den Iran zu deutlichen Aufschlägen geführt. Auch die  Europäische Union (EU) will aus Protest gegen die iranische Atompolitik ihre Öleinfuhren aus dem Land stoppen. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, hieß es in EU-Kreisen. Ein Beschluss ist spätestens für Ende Januar bei einem Treffen der 27 EU-Außenminister geplant. Außerdem lassen robuste Konjunkturdaten wie zuletzt aus China und Indien eine stabile Ölnachfrage auf dem Weltmarkt erwarten.

Die Aktien der großen Ölmultis legten in den vergangenen Monaten fast im Gleichschritt mit dem Ölpreis zu. Beispiel Chevron: Die Aktie des US-Konzerns kletterte seit August um rund 30 Prozent und kostet mittlerweile so viel wie noch nie.

Negative Nachrichten über eine Milliarden-Strafe in Ecuador verpufften am Markt. Chevron soll wegen Umweltschäden im dortigen Amazonas-Gebiet 18 Milliarden Dollar Schadenersatz zahlen. Das entsprechende Urteil einer ersten Instanz vom Februar vorigen Jahres war am Dienstag von einem Berufungsgericht bestätigt worden. Das Unternehmen kündigte bereits an, vor einem US-Gericht dagegen vorzugehen. Darüber hinaus kann Chevron auch noch vor das oberste Gericht des südamerikanischen Landes ziehen. Die Aktie belastete diese Meldung nicht.

Die Kursrally könnte sogar noch weitergehen, glaubt man den Analysten. Barclays Capital empfiehlt in einer aktuellen Studie, die Chevron-Aktie überzugewichten. Das Kursziel liegt bei 138 Dollar. Auch die Experten von Raymond James urteilen „strong buy“ mit einem Kursziel von 125 Dollar. RBC Capital Marktes sind überzeugt, dass sich die Aktie besser als der Markt entwickeln wird und geben als Kursziel 123 Dollar an. In den vergangenen vier Wochen haben nach Informationen den Branchendienstes Bloomberg zehn Analysten den Wert zum Kauf empfohlen, zwei sagen „Halten“ und nur einer „Verkaufen“.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Konkurrent Exxon Mobil: Analysten empfahlen die Aktie des amerikanischen Ölkonzerns in den vergangenen vier Wochen acht Mal zum Kauf, vier Mal lautete das Urteil „Halten“. Verkaufsempfehlungen gab es keine. Die Aktie hat seit August um gut 30 Prozent zugelegt und kostet so viel wie zuletzt 2007.

Verhaltener beurteilen die Experten die Aktie von Conoco Phillips: Vier Mal „Kaufen“ und sechs Mal „Halten“ lautet das Urteil. Das Papier hatte in den vergangenen Monaten ebenfalls eine kleine Rally hingelegt und sich um gut 25 Prozent verteuert. Aktuell notiert die Aktie aber noch unterhalt ihres 52-Wochen-Hochs. 

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Exxon ist am teuersten

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  • Die Steigerungsraten der Dividenden von einigen Öltiteln
    sind höher als die reale Inflation. Wenn die entsprechenden Unternehmen günstig gekauft wurden, kann der geduldige und langfristig orientiert Anleger dauerhaft
    überdurchschnittliche Renditen nur mit den Ausschüttungen
    erzielen. Diese Unternehmen zahlen die Dividende konstant,
    zuverlässig und nicht aus der Substanz.
    Sehen Sie sich mal die Dividendenhistorie von Shell oder Exxon an; Kurse interessieren da nicht mehr. Die Firmen sind ausserdem sehr solide finanziert und somit "sicherer"
    als mancher Staat. Wenn dann der Markt letztendlich den fairen Wert von Shell + Co. erkennt, kann der Anleger sich auch noch über Kursgewinne freuen.
    Übrigens ist es egal ob wir in Zukunft Benzin, Raps oder
    Gummiringel tanken; die o.g. Firmen sind durch Ihre Infrastruktur und Ihre Kapitalbasis sowieso mit dabei.
    Thomas Dopsonder
    Angelbachtal

  • Der IRAN Konflikt kommt näher.

    Und wieder wird eine friedliebende Nation von der Landkarte verschwinden. dSzr


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