Kursrutsch K+S fällt immer tiefer

Konkurrenz macht K+S zu schaffen: In der vergangenen Woche stürzte die Aktie des Düngemittelkonzerns ab. Nun geht es weiter abwärts, nachdem die Kooperation von Belaruskali und einem Unternehmen aus Katar bekannt wurde.
Update: 05.08.2013 - 15:16 Uhr 20 Kommentare
Das K+S-Kaliwerk „Werra” bei Philippsthal. Quelle: dpa

Das K+S-Kaliwerk „Werra” bei Philippsthal.

(Foto: dpa)

FrankfurtK+S haben ihre Verluste am Montag weiter ausgebaut. Die Titel verloren im Dax bis zu 8,3 Prozent auf 17,16 Euro, nachdem der weißrussische Konkurrent Belaruskali erklärt hatte, künftig mit dem Unternehmen Muntadschat aus Katar bis zu drei Millionen Tonnen Kali pro Jahr zu verkaufen.

Die K+S-Aktien waren vergangene Woche ins Rutschen geraten, nachdem Uralkali und Belaruskali das Ende ihres Exportverbundes angekündigt hatten. Analysten befürchten einen Einbruch der Kali-Preise. Die Experten der Bank of America Merrill Lynch warnten bereits, dass Kunden mit dem Kauf von Kali warten könnten, bis die Preise deutlicher gefallen sind.

Bislang wurden die Preise im weltweiten Kali-Geschäft von zwei Exportkonsortien bestimmt: dem russischen Handelsbündnis BPC der Produzenten Uralkali und Belaruskali und dem kanadischen Konsortium Canpotec, der Rivalen Potash, Agrium und Mosaic. Das Duopol kam bisher für rund 70 Prozent des weltweiten Kali-Handels auf und sorgte für nahezu identische Preise in wichtigen Abnehmerländern wie Indien und China - eine komfortable Situation für alle großen Kali-Förderer. Doch Uralkali will das BPC-Bündnis auflösen und künftig auf eigene Faust handeln. Fallende Kali-Preise wollen die Russen über steigende Absatzmengen in China, Indien und Brasilien auffangen. Konzernchef Wladislaw Baumgertner rechnet damit, dass die Kali-Preise bereits in der zweiten Jahreshälfte von derzeit rund 400 Dollar unter die Marke von 300 Dollar fallen könnten.

K+S könnte das nur schwer verkraften. Denn die Betriebskosten der deutschen Bergwerke sind deutlich höher als die der Konkurrenz aus Russland und Kanada. Bei derart drastisch sinkenden Kali-Preisen würden die Ergebnisse des Konzerns daher deutlich schrumpfen. Als einziger großer westeuropäischer Produzent können die Kasseler den Weltmarktpreis zudem kaum selbst beeinflussen. Die Analysten von Bernstein Research gehen noch weiter: "K+S kann einen Preisrutsch nicht mit höheren Verkaufsmengen ausgleichen, solange das kanadische Legacy-Projekt nicht startet, das nach unserer Einschätzung eine unsichere Zukunft hat."

Dax-Mitgliedschaft in Gefahr
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20 Kommentare zu "Kursrutsch: K+S fällt immer tiefer"

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  • Es ist sehr verwunderlich, denn die aktuelle Marktkapitalisierung ist niedriger als das Eigenkapital des Unternehmens. Der Buchwert des Unternehmens liegt bei 18 EUR p. Aktie.

  • Hi Gast...Der Misserfolg beruht nicht auf Verschwörungen, sondern auf einer unzureichenden Berücksichtigung gut bekannter Fakten.

    Das K+S Grenzkostenhersteller ist, ist nicht unbekannt und dies hätten Sie berücksichtigen können.

    Das über RWE und EON das Schwert der Oekoreligion kreist, sollte einem Inländer eigentlich seit 30 Jahren bekannt sein. Ein Analyst einer Londoner Investmentbank schwärmte mir gegenüber 2008 von den Deutschen Versorgern, Cash Flow, Profitabilität der Braunkohle- , bzw. Kernkraftwerke etc. Ich antwortete ihm, dass die Oekogläubigen in Deutschland ähnlich der Taliban in Afghanistan dies jederzeit mutwillig zerstören können. Er verstand es nicht und so sprachen wir über andere Themen. 2011 hat er es dann wohl verstanden.

    Vandale

  • Leider sind das aber keine Aktien die Goldman Sachs gekauft hat, sondern ganz im Gegenteil Derivate und davon viele Put und CFD Positionen !!
    Siehe DGAP-Stimmrechte: K+S Aktiengesellschaft vom 31.07.2013

    Also eigentlich sollte man bloss die Finger weg von den Aktien lassen. Goldman sind nicht die einzigen die K+S shorten...
    http://www.comdirect.de/inf/aktien/detail/news_detail.html?NEWS_HASH=27e87c9c43077dff301a73556053e06e1351&SEARCH_VALUE=DE000KSAG888&ID_NOTATION=49543290&OFFSET=0&NEWS_CATEGORY=EWF&ID_NEWS=285160113&NEWS_HASH=f5721e3b325774bd23dd150b391a5b6d853cdb

  • Ich investiere seit 2003 als Kleinanleger in Aktien und habe bis 2011 für meine Verhältnisse ganz gut gewirtschaftet und jedes Jahr zwischen 5 -12 % plus gemacht. Jahrelang habe ich auf gute Einstiegskurse bei K+S gewartet, der Edelaktie von Jens Ehrhardt. Nun hat es mich voll erwischt un dmit eon und RWE ebenso. Ich muß realisieren, daß in Zeiten von Draghi, Merkel und Konsorten die Marktwirtschaft ausgedient hat und Leute wie ich an der Börse nichts mehr verloren haben. Die einen schaffen die Marktwirtschaft aus ideologischen Gründen ab (Merkel), die anderen aus Gier und im Auftrag von gewissen Leuten in Manhattan Süd. Ich habe nie etwas von Verschwörungstheorien gehalten (die Amis haben die Mondlandung auf der Erde gefilmt und ähnlichen Quatsch). Wenn ich mir aber anschaue, in welch atemberaubender Geschwindigkeit und in welcher Masse deutsche Qualitätsfirmen, viele Mittelständler, von denen kaum jemand Notiz nimmt, an ausländische Investoren verhökert werden, dann denke ich manchmal schon, daß da jemand mit Verzögerung (und Mithilfe deutscher Politiker) den Morgenthau-Plan durchzieht. Sogar die deutsche Waffenschmiede Heckler u. Koch (G3) ist in britischer Hand. K+S wird bald dazugehören.

  • "Wenn die Kanonen donnern.." Hat funktioniert zu Zeiten von Kostolany. Inzwischen sind die Börsen verseucht vom Hochfrequenzhandel und von Spekulanten ("Leerverkäufe"). Es gibt viele Aktien, die dauerhaft verbrannt sind. Der Kleinanleger sollte die Investition in Einzelaktien tunlichst vermeiden. Stattdessen in ETFs oder Fonds investieren.

  • ............................
    ...BÖRSENREGEL...
    ............................
    gekauft werden papiere, über die zzt.
    negativ berichtet wird und die kurse
    entsprechend gefallen sind..
    ..
    bei denen besteht hohes kurspotential -
    wenn die nachrichtenlage positiver wird.
    ..
    frei nach dem motto..
    kaufen - wenn die kanonen knallen..!!
    ..
    ..

  • ................................
    KALI&SALZ GROUP
    ................................
    quiet period...
    ..
    bis zu der veröffentlichung der
    halbjahreszahlen am 13. august.
    darf sich das unternehmen nicht
    äußern..
    ..
    aber die aktie dürfte inzwischen
    überverkauft sein..
    ..
    jahreshoch..€.40,98
    jahrestief..€.16,91
    ..
    institutielle anleger bleiben
    investiert bzw. stocken auf..
    ..
    goldman sachs 5%
    ..
    privatanleger haben schock -
    artig verkauft, weil analy -
    sten den "weltuntergang" ver-
    kündet hatten.!!
    ..
    mittlerweise hat der kurs ein
    kaufniveau erreicht, um gestaf-
    felte kauforders zu erteilen..
    ..
    ..

  • Die Zukunft vorherzusehen ist meines Erachtens ein wenig herausfordernd. Deshalb kann ich nur Vermutungen anstellen.

    Offensichtlich wird der Kali Markt durch ein Anbieteroligopol beherrscht. K+S hat eine hohe Auslastung bei höchsten Kosten. Uralkali eine schlechte Auslastung bei niedrigen Kosten. Man kann verstehen, dass Uralkali mit der Oligopolordnung unzufrieden ist.

    Am wahrscheinlichsten erscheint mir, dass Uralkali solange die Preise mit hoher Produktion drückt, bis K+S seine Mengen reduziert, bzw. Bergwerke schliesst.

    Dann gibt es eine neue Kartellordnung mit attraktiven Preisen bei der Uralkali eine grössere Menge hat und K+S eine kleinere Menge.

    Möglicherweise wird die K+S Aktie dann wieder den heutigen Stand erreichen.

    Die Optionen, dass Uralkali K+S ganz aus dem Markt treibt, oder K+S zum Niedrigstpreis aufkauft erachte ich für unwahrscheinlich. Das würde zulange dauern, bzw. wäre für Uralkali unnötig teuer.

    Vandale

  • Xetra ist eine spielbank,Zockerbude vom feinsten.die Amis investieren wenigstens halbwegs,dort sind ja auch derivate für private verboten

  • Irrtum, ich kaufe vollkommen rational.

    Kurs auf 2006er Niveau, da war der Kalipreis weit unter 300 (aktuell angenommenes worst case). Außerdem notiert K+S unter Buchwert.

    Abwarten & schauen, wer von uns beiden in 6-12 Monaten recht hatte:-)

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