Kurssprung
Arcandor: Börsianer spekulieren auf Staatshilfe

Ob mit oder ohne Staatshilfe: Den Arcandor-Aktionären beschert die Diskussion um die Rettung des Arcandor-Konzerns ein wahres Kursfeuerwerk. Zum Handelsstart am heutigen Mittwoch legte die Aktie des Kaufhaus- und Touristikkonzerns kräftig zu. Die größten Anteilseigner Schickedanz und Oppenheim sollen Aktienpakete zur Sicherheit hinterlegen.

DÜSSELDORF. Die Arcandor-Aktie steigt dank möglicher Staatshilfen wieder. Die Spekulanten auf dem Frankfurter Börsenparkett hoffen auf eine baldige Finanzspritze für den angeschlagenen Kaufhaus- und Touristikkonzern. Als Sicherheiten für den Notkredit aus Berlin sollen die größten Anteilseigner Madeleine Schickedanz und die Privatbank Sal. Oppenheim Teile ihrer Aktienpakete als Sicherheit zur Verfügung stellen, heißt es aus Finanzkreisen. In einer ersten Reaktion zum Handelsstart am Mittwoch stieg die stark angeschlagene Arcandor-Aktie wieder über die 2-Euro-Marke. Im weiteren Handelsverlauf stabilisierte sich der Kurs auf über 2,10 Euro und schaffte damit in nur wenigen Stunden ein Plus von 8,25 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten fiel die Arcandor-Aktie noch von zwölf auf unter 1,50 Euro.

Neben zahlreichen Politikern mischt sich jetzt auch die Kaufhauskonkurrenz als möglicher Fusionskandidat in die Diskussion um mögliche Staatshilfen für Arcandor ein. Kaufhof-Chef Lovo Mandac will mit Arcandor auch weiterhin über die Zukunft der Arcandor-Tochter Karstadt verhandeln. Kleinere Gläubigerbanken von Arcandor hingegen lehnen weitere Verhandlungen ab. Branchenkreisen zufolge wollen sie die Kredite an Arcandor nicht verlängern. Der Antrag auf Staatshilfe wird heute an den Lenkungsrat für die Vergabe von Krediten in der Finanzkrise weiterverwiesen. Die Großaktionäre Schickedanz und Oppenheim diskutieren weiterhin mit dem Finanzministerium über eine stärkere Beteiligung am Rettungskonzept mit Eigenmitteln. Eine endgültige Entscheidung des Lenkungsrates über Staatshilfe für Arcandor erwarten Experten voraussichtlich am kommenden Montag. Die Spekulationen sollten den Aktienkurs auch über den heutigen Handelstag hinaus weiter in die Höhe treiben.

Die Kurse für Arcandor-Anleihen hingegen befinden sich immer noch im freien Fall. So notiert eine Karstadt-Quelle-Wandelanleihe (ISIN: DE000A0N0N07) mittlerweile weit unter pari bei 71 Prozent des Emissionspreises. Das Papier zahlt seinem Besitzer zwar einen festen Zins von jährlich rund neun Prozent. Die Höhe der Rückzahlung am Laufzeitende (11.07.2013) aber ist variabel. Besitzer einer solchen Wandelanleihe können jedoch während der Laufzeit von ihrem Wandlungsrecht gebrauch machen: Sie können die Anleihen zu einem vorher festgelegten Verhältnis in Aktien umwandeln. Steigt der Arcandor-Aktienkurs künftig weiter, könnte sich die Wandlung für Anleihespekulanten durchaus lohnen.

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