Kurssprung seit US-Wahl Trumps 140 Zeichen beflügeln HeidelbergCement

Via Twitter kündigte Donald Trump den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko an. Der Aktienkurs von HeidelbergCement stieg daraufhin kräftig. Sollte die Mauer tatsächlich gebaut werden, dürften die Kassen klingeln.
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Nach der Trump-Wahl erfährt der Aktienkurs eine Rally, die sich womöglich länger fortsetzen könnte. Quelle: Pressefoto
Silozug vor Bulle und Bär

Nach der Trump-Wahl erfährt der Aktienkurs eine Rally, die sich womöglich länger fortsetzen könnte.

(Foto: Pressefoto)

DüsseldorfEs ist schon paradox: Die Äußerungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump, den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko tatsächlich umzusetzen, erzeugen diplomatische Eiszeit zwischen beiden Ländern. Dass Trump sein Wahlversprechen überhaupt – und nur wenige Tage nach Amtsantritt – verfolgt, hatten Experten nicht erwarten. Ein Dax-Konzern hingegen hat davon in diesen Tagen unfreiwillig profitiert: HeidelbergCement, Deutschlands größter Baustoffkonzern.

Es ist plausibel, dass sich HeidelbergCement am Bau der potenziellen Mauer beteiligt, schließlich verfügt der Konzern in den USA über 17 Werke, unter anderem in den angrenzenden Südstaaten Arizona und Texas. Sprecher Andreas Schaller sagte der Heilbronner Stimme, man werde „Anfragen bezüglich Lieferungen für den Bau einer Mauer (…) prüfen und darüber entscheiden“. Eine vorsichtige Formulierung seitens des Konzerns, doch die Message dahinter ist eigentlich eindeutig: Sollte ein Auftrag dieser Art kommen, wird er auch ausgeführt. Konzernchef Bernd Scheifele hatte sich bereits in der Vergangenheit ähnlich geäußert. Sollte die Mauer kommen, sei man „mit Zementwerken in Texas und Arizona gut vorbereitet“, sagte er damals.

Mit diesen Aktien machten Anleger 2016 Kasse

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
Xetra

-0,19 -1,46%
+12,83€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
1 von 30

Platz 30: Commerzbank:

Deutschlands zweitgrößte Privatbank leidet wie andere Institute auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen – 24,3 Prozent Anschlag bedeuten den letzten Platz im Dax-Jahresranking. Mit einem Spar- und Schrumpfkurs und radikalen Umbau will der seit Mai amtierende neue Vorstandschef Martin Zielke das Institut auf Kurs bringen.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
Xetra

-0,15 -1,13%
+13,28€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
2 von 30

Platz 29: Deutsche Bank

Investoren sind schlechte Nachrichten von der Deutschen Bank gewöhnt. Zwar stabilisierte sich die Aktie im vierten Quartal, insgesamt war es aber ein Jahr zum Vergessen. Zwischenzeitlich rutschten die Papiere sogar unter die Marke von zehn Euro. Für das Jahr 2016 bleibt ein Minus von 23,4 Prozent. Vorstandschef John Cryan ist jetzt mehr denn je gefordert.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
Xetra

+0,20 +0,62%
+32,40€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
3 von 30

Platz 28: ProSieben Sat 1

Nach dem Dax-Aufstieg im März 2016 war die Luft bei den Papieren des Medienkonzerns raus. Gegen Jahresende gerieten die Aktien nach einer Kapitalerhöhung dann richtig unter Druck. Zur Ehrenrettung ist zu sagen, dass sich die gesamte Branche im Jahr 2016 schlechter als der Gesamtmarkt entwickelte. Unterm Strich bleibt ein Minus von 21,7 Prozent.

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
Xetra

-3,50 -1,52%
+226,70€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
4 von 30

Platz 27: Continental

Auch hinter dem Automobilzulieferer liegt ein turbulentes Jahr. Die Aktie notiert noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau bei 183,70. Auf Jahressicht allerdings verloren die Papiere 17,9 Prozent an Wert.

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
Xetra

-0,59 -2,13%
+27,09€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
5 von 30

Platz 26: Lufthansa

Der scheinbar nie enden wollende Tarifkonflikt setzt dem Kranich immer mehr zu. Der Imageschaden ist enorm – und auch an der Börse ging es in diesem Jahr bergab. Lufthansa-Papiere notieren nur noch bei 12,27 Euro und damit 15,8 Prozent tiefer als noch zu Jahresbeginn.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
Xetra

+0,32 +3,78%
+8,66€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
6 von 30

Platz 25: Eon

Der Energieriese blickt erneut auf ein tristes Jahr zurück. Die Aufspaltung brachte nicht den gewünschten Auftrieb. Auf Jahressicht hat der Versorger circa 15 Prozent seines Börsenwerts verloren.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
Xetra

-0,52 -0,53%
+97,99€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
7 von 30

Platz 24: Bayer

Die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto war eines der Kernthemen des vergangenen Jahres. Letztlich zahlen die Leverkusener 128 US-Dollar pro Monsanto-Aktie. Die Aktionäre versetzte das nicht in Jubelstimmung. Der Chemieriese verlor fast 15 Prozent an Börsenwert.

Die Aktionäre jedenfalls scheinen begeistert. Allein in dieser Woche legte der Aktienkurs um fast sechs Prozent zu. Nach dem Trump-Tweet am Mittwoch („Wir werden die Mauer bauen“) legten die Papiere in der Spitze um 4,4 Prozent zu. Derzeit kostet eine Aktie etwa 91,50 Euro. Unmittelbar nach der Wahl von Trump Anfang November waren die Papiere von 84 Euro auf 94,59 Euro (Jahreshoch am 10. November) gestiegen, in der Folge dann leicht gefallen. Es bleibt aber dabei: Der neue US-Präsident beflügelt den Dax-Konzern spürbar. Auf Jahressicht hat die Aktie über ein Drittel an Wert gewonnen.

Das US-Analysehaus Bernstein hat die Einstufung für HeidelbergCement auf „Outperform“ und das Kursziel von 103 Euro bestätigt. Ausschüttungen an die Aktionäre seien ein wichtiges Thema mit Blick auf die Baustoffbranche, schrieb Analyst Phil Roseberg in einer Studie vom Donnerstag. HeidelbergCement sei der beste Weg, um davon zu profitieren. Die Deutsche Bank stuft den Konzern auf „Hold“ und bestätigte jüngst das Kursziel von 93 Euro.

Ein weiterer Aspekt ist laut Experten auch die positive Entwicklung der Gesamtbranche. Der Index für den europäischen Bausektor notierte zuletzt auf einem Neuneinhalb-Jahreshoch. „Die Konjunktur läuft und somit auch der zyklische Bausektor“, sagte ein Börsianer. Ein anderer Händler sagte, die „Aussicht auf eine stärkere Konjunkturbelebung“ mache die Branche wieder attraktiv.

Im Jahr 2015 erzielte HeidelbergCement einen Gesamtumsatz in Höhe von 13,5 Milliarden Euro. Vorläufige Zahlen für das Jahr 2016 legt der Konzern mit über 2000 Standorten in mehr als 40 Ländern am 14. Februar vor. In Deutschland betreibt der Marktführer insgesamt acht Zement- und drei Mahlwerke. Im vergangenen Jahr hatten das Baustoffunternehmen den italienischen Konkurrenzen Italcementi übernommen.

Nicht nur der geplante Mauerbau katalysiert die positive Tendenz. So hatte Trump außerdem ein großes Infrastrukturprogramm für die Vereinigten Staaten angekündigt. Sollten Investitionen dieser Art kurzfristig erfolgen – in welcher Art auch immer – dürfte die gesamte Branche um Heidelberg Cement davon profitieren. „Mittelfristig sehe ich für unsere Industrie positive Effekte“, hatte auch Scheifele unmittelbar nach der US-Wahl erklärt.

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2 Kommentare zu "Kurssprung seit US-Wahl: Trumps 140 Zeichen beflügeln HeidelbergCement"

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  • Bei der Vergasung von Millionen Juden, Sinti, Roma und "unwerten Lebens" haben deutsche Unternehmen ein riesiges Vermögen angesammelt. In den Nachfolgeuntrnehmen der IG Farben sind das heute noch riesige Unternehmen.

    Heidelberger Zement steht also mit seiner moralischen Unbekümmertheit in bester Deutscher Tradition. Herr Höcke sollte den Grundstein für die Mauer legen.

  • "Sollte die Mauer tatsächlich gebaut werden, dürften die Kassen klingeln."

    Auf diese Art von Kassenklingeln verzichte ich lieber.

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