Kurssprung
VW-Aktie im Höhenrausch

Am Tag nach dem Dubai-Absturz feiern die Stammaktien von VW ein beeindruckendes Comeback. In der Spitze legten die Papiere um 8,6 Prozent zu, obwohl Analysten warnen. Die Gründe für den Kurssprung.
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HB FRANKFURT. So unberechenbar ist die Börse: Die zuletzt stark unter Druck stehenden VW-Stämme haben am Freitagnachmittag zu einem deutlichen Kurssprung angesetzt. Händler sprachen von einer technischen Gegenreaktion. Die Titel verteuerten sich um bis zu 8,6 Prozent auf 88 Euro. "Wenn eine Aktie lange Zeit fällt, ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem die Anleger wieder reingehen, weil sie den Titel für unterbewertet halten", sagte ein Börsianer.

VW-Stämme waren am Morgen noch auf bis zu 78,10 Euro und damit den niedrigsten Stand seit November 2006 gefallen. Trotz der Kursgewinne am Freitag summiert sich das Minus für die Titel auf rund 20 Prozent seit Monatsbeginn und auf rund 65 Prozent seit Anfang des Jahres.

Nach Einschätzung von LBBW-Analystin Anke Platzek ist in der kommenden Woche noch keine Entscheidung über den Verbleib der VW-Stämme im Dax zu erwarten. Die als Nachrücker gehandelten VW-Vorzüge lagen 1,8 Prozent höher bei 54,46 Euro.

Die Hoffnung auf einen weiteren Anstieg teilen nicht alle Analysten. Merrill Lynch hat das Kursziel für die Stammaktien von Volkswagen (VW) von 100,00 auf 85,00 (Kurs: 85,29) Euro gesenkt und die Einstufung auf "Underperform" belassen.

Die Vorzüge werden künftig die liquide und im wichtigen Index vertretene Aktiengattung von VW sein und daher dürften die Stammaktien künftig mit einem Abschlag gehandelt werden, schrieb Analyst Harald Hendrikse in einer Studie vom Freitag. Die Stämme werden in Familien- und Staatskontrolle verschwinden. Dem trage das reduzierte Kursziel (das Ziel der Vorzüge bleibt 100 Euro; Kurs 54,61 Euro) Rechnung.

Die Stämme seien außerdem relativ hoch bewertet und insgesamt die falsche Aktie für den Investor, fuhr der Analyst fort. Unterdessen gefalle ihm die Positionierung von VW, die von einer weltwirtschaftlichen Erholung und dem Wachstum in den Schwellenländern profitieren sollten. VW gewinne Marktanteile und dürfte zum weltweit größten Autobauer aufsteigen.

Die mit "Underperform" eingestuften Aktien sind laut der Investmentbank Merrill Lynch die unattraktivsten in ihrem Bewertungshorizont.

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